August 2007 // ARCHIV

Dienstag, 28. August 2007

So ein Tag, so wunderschön wie gestern …

… so ein Tag der sollte nie vergeh’n. Jaja – schön war’s gestern … das erste Mal seit ungefähr 35 Jahren hatte ich am 27. August Sonnenschein!!!! Und dann die Überraschungen und lieben Grüße aus dem In- und Ausland (in diesem Falle Deutschland) … an dieser Stelle vielen vielen Dank an alle Mailer, Kartenschreiber, Skyper, Anrufer und Anmichdenker … und ganz besonders natürlich an die Zwiebl. Die hat gestern für echte Überraschungen gesorgt und mich und die Norweger so richtig verblüfft.

Die Kollegen waren gestern Morgen erwartungsgemäß völlig ahnungslos – ingen peiling – wie man so schön sagt. Aber ich bin ja auch erst seit knapp 4 Wochen da (auf Arbeit). Aber als dann gegen 11 der Bote im Büro stand, da waren wir alle ein bisschen erstaunt. Er brachte mir eine viereckige Schachtel (evtl. hat ein Verpackungstechniker dafür einen Fachausdruck) mit einer hübschen Schokotorte drin. Es war nicht gleich auf den ersten Blick zu erkennen, was sich in der Schachtel befindet, also schlichen sich die lieben Kollegen langsam an jenes unbekannte Objekt heran … und als sie dann sahen, was auf der Torte stand, hats dann KLICK gemacht … große Freude … weniger wegen mir oder meinem Geburtstag, sondern weil was leckeres zu Futtern gab. An diesem Punkt scheinen sich Norweger und Deutsche kein bisschen zu unterscheiden. Und so hielt die Torte nicht lange – gerade noch genug Zeit für ein kleines Foto.

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Nach dem Tortenschmaus (hmmmmm, veldig lecker), stand dann der nächste Bote im Raum … diesmal mit Sonnenblume für die Sonne. Auch das hatten die Kollegen wohl noch nicht erlebt … staunende Blicke, dank Zwiebl. Die angekündigte dritte Lieferung kam dann heute Morgen mit der Post … da gabs kleine Zustellungsschwierigkeiten. Und dann zu Hause die zahlreichen Mails, Karten und Nachrichten … hab ich mich riesig drüber gefreut. So kann man einen Geburtstag auch in der Ferne mit vielen Freunden feiern. Deshalb nochmal an alle TUSEN TAKK!

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Sonntag, 26. August 2007

Es bewegt sich was

Nun sind die fünf langen Wochen ohne Sonne und Norge fast geschafft. In 11 Tagen kann ich meiner neuen Heimat endlich richtig Morna sagen. Die Vorbereitungen spitzen sich zu! Nachdem alle Ämterwege so gut wie erledigt sind und alle organisatorischen Vorbereitungen soweit abgeschlossen, haben wir am Wochenende mit der geistigen Vorarbeit aufgehört und uns körperlich betätigt. Wir, das waren meine Schwiegs und ich. Es hieß, die am Freitag eingetroffenen Umzugskartons füllen und die ersten Möbel auseinander nehmen. Bis 21.00 Uhr haben wir geackert und uns kaum eine Pause gewöhnt. So richtig leer sieht es jetzt immer noch nicht aus – oder besser noch nicht, denn ich muss ja hier noch eine Woche hausen.

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Sonntag, 26. August 2007

Es riecht nach Sommer

Nachdem die ersten 4 Wochen hier sehr verregnet waren, scheint nun seit 5 Tagen ununterbrochen die Sonne. Da könnte man fast glauben, es ist Sommer. Bei ca. 17°, stahlend blauem Himmel und einer frischen Meeresbriese (genau so wie ich es mag), kann man den Sommer förmlich riechen. Und auch an der Nachbarschaft kann man es beobachten … jaja es wohnen tatsächlich Leute hier. Soviele wie ich in dieser Wochen zu sehen bekam, habe ich die vergangenen Wochen nicht zu Gesicht bekommen. Aber scheinbar traut sich auch der Norweger nur bei Sonne aus dem Haus und verkriecht sich bei Regen lieber unter einer Decke. Wenns dann aber mal soweit ist, dann gehts richtig los … da wird gewerkelt ohne Ende … geschraubt, gemalt und getackert … gern auch mal nachts halb 12 … so dass man aus dem Schlaf hochschreckt, weil man glaubt, der Krieg geht los :-( Es scheint also ganz so, als ob man, wenn es denn Sommer ist, hier nicht auf die Uhr schaut … schließlich ist es hier ein ganzes Stück länger hell als in Deutschland (noch!) … und um die netten Holzhäuschen in Schuss zu halten, muss man halt jede sonnige Minute ausnutzen.

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Breiavatne im Zentrum von Stavanger

Der Sommer geht hier sogar soweit, dass ich Sonnenbrand auf dem rechten Arm habe. Das kommt nämlich daher, weil die Sonne den ganzen Tag hübsch ins Büro scheint … und der rechte Arm, welcher sich direkt am Fenster befindet, somit den ganzen Tag bestrahlt wird. Da muss ich überhaupt mit meinem Chef mal abklären, ob Sonnenbrand als Arbeitsunfall gilt.

In diesem Sinne: Ha en fin sommer.

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Donnerstag, 23. August 2007

Norge internasjonal

Schottland, Kolumbien, Tschechien, Polen, Litauen, Lettland, USA, Russland, Usbekistan und Deutschland – leicht Osteuropa-lastig aber trotzdem ziemlich international die Belegung des voksnenopplæring-kurs norskundervisning for innvandrere. Am Mittwoch startete das neue Semester und ich bin dabei … im Fortgeschrittenenkurs! Die anderen Teilnehmer sind schon seit einigen Jahren (von 2 bis 20) in Norwegen – da bin ich als Frischling ein bisschen Exot. So waren die anderen auch sehr erstaunt, dass ich schon sooooo gut norwegisch spreche und deshalb gleich im Fortgechrittenenkurs einsteigen kann. Da machen sich die Stunden mit Herrn Schmidt aus Halle (www.norwegeninfo.net) dann doch bezahlt ;) Apropos … ganz billig ist dieses Vergnügen nicht, denn als EU-Bürger dürfen wir den Kurs und die Bücher (stein pÅ stein) selbst bezahlen. nicht EUler kriegen sowohl Bücher als auch Kurs vom norwegischen Staat spendiert.

Zumindest ist Inger, die Lehrerin sehr gut zu verstehen. Sie spricht ja glücklicherweise auch fast dialektfrei. Allerdings ist Sie ziemlich erbarmungslos, was Hausaufgaben anbelangt … jaja Hausaufgaben!!!! Einen ganzen Berg haben wir aufbekommen … da gibts bis zur nächsten Stunde einiges zu tun!

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Samstag, 18. August 2007

Wann ist endlich richtig Norwegen?

Wenn man so aus Deutschland unsere Website durchliest, denkt man glatt, das läuft ja wie am Schnürchen bei den Zweien.

Weit gefehlt, denn in der Zeit, in der Sonne die Landschaft genießt, arbeiten geht, sich über den Namen des norwegischen Busunternehmens alterriert und den Regen beim Sport genießt, muss ich in Deutschland von Pontius zu Pilatus laufen und fragen mich die ganze Zeit: “Wann ist endlich richtig Norwegen?”

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Wie lange noch??? Ich will da auch endlich hin *kningel*

Darum dachte ich mir, jetzt muss ich aber auch mal was darüber schreiben, wie wichtige die Vorbereitung und Organisation für so einen verrückten Umzugsplan ist. Und das auch hier nicht alles klar geht und erledigt ist, wenn man denkt, es ist doch alles bestens vorbereitet. Aber wie sagte schon J. Lennon: “Das Leben ist das, was passiert, während man gerade andere Pläne macht!”.

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Samstag, 18. August 2007

den tredje uka

Ein weiteres Wochenende steht an und ich stelle beschämt fest, dass ich in der letzten Woche ein wenig nachlässig war … seit einer Woche kein Artikel … *schäm*

Das vergangene Wochenende war wenig spektakulär … Ich habe die Zeit genutzt, um hier schon mal ein bisschen umzuräumen und umzubauen. Schließlich wollen wir ja wenigstens ein Paar unserer Möbel mit nach Norge bringen und dafür brauchen wir ein bisschen Platz. Also wurden einige der hier vorhandenen Teile demontiert, andere wurden umplatziert. Das war jedoch anfangs komplizierter als gedacht, bis ich erkannte, dass die Schränke hier nochmal an die Wand getackert waren – mir ist nur nicht klar, zu welchem Zweck, ob das Haus die Möbel stabilisieren soll oder umgedreht :-) Egal, nach der Erkenntnis der zusätzlichen Befestigung gings dann rel. problemlos. Dabei war ein schwedisches Universalwerkzeug (ich sach nur I-K-E-A) sehr hilfreich :-) .

Anderntags bin ich losgestiefelt, um die Gegend noch ein bisschen zu erkunden. Außerdem musste das Traumwetter (20° und Sonnenschein) ausgenutzt werden. Und nach dem Gebastel in der Bude am Vortag brauchte ich dringend frische norwegische Luft. So bin ich also erstmal völlig planlos ins Gelände marschiert – einziges Ziel: Wasser, das musste da irgendwo in der Nähe sein.

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Freitag, 17. August 2007

Unterwegs mit dem “Daumen-Express”

Wenn man sich hier in der Gegend umschaut, fällt auf, dass sich fast an jeder Ecke ein kleines Buswartehäuschen befindet. Da kann man annehmen, dass der Busverkehr gut ausgebaut ist. Allerdings verkehrt der bus max. 1x pro 1/2 Stunde auf den Hauptlinien. Zudem liegt der Gedanke nahe, dass man, wenn der Bus an jedem Hüttchen hält, eine halbe Ewigkeit unterwegs ist. So isses aber nicht. Denn der Bus hält keineswegs an jedem Halteplatz. Wer hier an einem dieser kleinen Wartehäuschen am Straßenrand zusteigen will, für den heißt’ s: Daumen raus!! Damit gibt man dem Busfahrer zu verstehen, dass man mit will. Die ersten paar Male fand ich das schon recht ungewöhnlich und habe natürlich auch prompt den falschen Bus angehalten … naja, ist auch schwierig – Linie am Bus ablesen, die Info verarbeiten und gegebenenfalls Hand raushalten.

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Foto geborgt von kolumbus.no

Apropos – der Verkehrsbetrieb hier heißt KOLUMBUS und betreibt hier neben dem Busverkehr auch noch diverse Fährlinien. Den Name finde ich ja für Busse ganz witzig (ein nettes Wortspiel) aber für Schiffe??? Wissen die denn nicht, dass sich der große Seefahrer damals gründlich verfahren hat??? Naja, trotzdem bin ich als treuer Kolum-Bus-Mitfahrer seit dieser Woche im Besitz eines Reisekontos und glücklicher Innhaber einer Kolumbus-Reisekort – die Check-Karte zum Konto – Aufladen und losfahren. Tolle Sache!

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Donnerstag, 09. August 2007

Erhöhtes Verkehrsaufkommen

Heute morgen auf dem Weg zur Arbeit eröffnete sich mir ein tolles Bild (wenn man sich all die Baugeräte und Bauzäune mal weg denkt) – Blauer Himmel, die Sonne steht grad auf und vor mir im Hafen liegt ein dicker Ozeanriese – quasi direkt vor der Haustür. Das freut das Landei, welches sowas bisher nicht alle Tage zu sehen bekam.schiffe3.jpg

Denke ich mir so … wieder eine spannende Aussicht bei der Arbeit.

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Dienstag, 07. August 2007

Ein bisschen wie wilder Westen

… wollte ich doch gestern Nachmittag nach der Arbeit und der nachmittäglichen Tasse Kaffee so gegen 17:02 Uhr noch ein paar Wege in der Stadt erledigen: Ins Rathaus gehen, wegen Job für die Zwiebl und Helseattest (Gesundheitszeugnis) fragen, ein paar Schreibwaren besorgen und zur Post. Ich hatte ja nicht erwartet, dass ich zu dieser späten Stunde noch jemanden in Rathaus antreffe, aber Punkt 17:00 werden hier in Sola generell die Bürgersteige hochgeklappt! Da geht nix mehr.

Das Stadtzentrum war wie ausgestorben. Eigentlich fehlten nur noch die Strohballen, welche der Wind durch die Straßen weht. Und bei Sonnenschein und 26!!! (in Worten: sechsundzwanzig!) Grad kam ich mir vor wie damals zur Mittagszeit am Rio Grande und so leise hörte ich, wie hinter mir jemand auf der Mundharmonika blies.solacity.jpg

Sola City – um 07:53 Uhr bzw. 17:05 Uhr

Leider hatte ich die Kamera nicht dabei, um dieses Erlebnis zu dokumentieren.

Doch das habe ich heute morgen erledigt, als ich nämlich kurz vor 08:00Uhr ins Rathaus ging – ihr lest richtig – das Amt öffnet jeden Tag um 07:45 Uhr (macht aber auch schon 15:15 Uhr zu). Auf den Straßen war genausoviel los wie gestern nachmittag, nur die Sonne schien noch nicht ganz so heiß.

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Montag, 06. August 2007

min første norske festen

Jaja, während die Zwiebl ganz brav in Leipzig sitzt und darauf wartet, dass die 32 verbleibenden Tage vergehen, mache ich mich hier schon mit dem Nachtleben vertraut.

Martin, einer meiner neuen Kollegen, hat die ersten beiden zusammenhängenden Sonnentage zum Anlaß genommen, ein Hawaii-Fest zu veranstalten. Auch ich war dazu eingeladen, also hab ich mich mit meinen Kollegen in der Stadt verabredet. Dazu musste ich jedoch wieder ein Stück Bus fahren. Da dieser früher als zur vereinbarten Zeit (19:00 Uhr) ankam, wollte ich die Zeit nutzen, um noch ein paar Getränke zu besorgen. Denn hier bringt gewöhnlich jeder Gast ein paar Getränke mit. Was ich jedoch nicht bedachte, dass man in Norge nach 18:00 keinen Alkohol mehr zu kaufen kriegt!!! Doch bevor der Abend für mich ganz trocken verläuft, haben die netten Kollegen ein Geheimarsenal aufgetan, in dem noch das eine oder andere øl (Bier) zu finden war.

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Zusammen mit meinen Kollegen Marianne und Leif-Inge (v.l.). Foto: Mobil-Kamera-Kind Even

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