Montag, 15. Oktober 2007
Unterwegs zum Bier-Berg
Neulich auf Tour: Wieder einmal hatten wir uns zu einem Ausflug mit dem Rad aufgerappelt … dieses mal sollte es auf der Nordsjøruta um den Gandsfjord rum nach Sandnes gehen. Also schwangen wir uns in die Sättel und strampelten los … immer auf der Suche nach dem grün markierten Weg. Idealerweise gab es jede Menge Grün um uns herum … Wiesen, Bäume, Hügel … nur eben keinen grün markierten Weg. Aber zum Glück sind wir ja als alte Pfadfinder des Karte-Lesens mächtig und so haben wir die einzig mögliche Abfahrt von der Hauptstraße genommen und strampelten frohgemut bergauf bergab. Ich hatte bereits erwähnt, dass das sogenannte norwegische Flachland alles andere als flach ist.
Zum Glück ging der Weg nur in eine Richtung, so bestand also keine Gefahr, dass wir evtl. vom rechten Weg abkommen. Vorbei an einzelnen Hütten, über grüne Hügel immer auf dem gut asphaltierten Radweg entlang … von Menschen oder Zivilisation weit und breit keine Spur … einfach nur wir, unsere Drahtesel zahlreiche Schafe und die liebe norwegische Sonne (die hatte sich hinter dicken Wolken verkrochen).
So ging es eine ganze Weile … doch auf einmal … wir strampeln gerade über einen dieser flachen Berge … taucht vor uns Wasser auf! Großes Wasser! Aber eigentlich sollte da gar keins sein … zumindest nicht vor uns. Hmmm, wir werfen einen fragenden Blick auf die Karte … Wasser??? Nö, nich hier … das muss sich da irgenwie verirrt haben. Aber wie gasagt, weit und breit kein Schild, welches eventuell Rückschlüsse auf unsere aktuelle Position zulies. Also sind wir als ehemalige Landratten erstmal ans Wasser gestürmt um uns den lauwarmen Herbstwind um die Nase wehen zu lassen.

Nach einer entspannten Rast am Wasser haben wir trotzig unseren Weg fortgesetzt. Irgendwann mussten wir ja mal wieder auf ein Schild stossen … und so ging es weiter … immer am Meer entlang … traumhafte Aussicht und jede Menge kleine Hütten, die kreuz und quer zwischen den Felsen hervorlugten. Da versteht man des Norwegers 3. Lebensziel, eine Hütte am Meer zu besitzen – 1. Lebensziel ein Haus zum Wohnen, 2. eine Hütte in den Bergen, …!
Endlich kamen wir an einer Bushaltestelle vorbei … mitten in der Pampa … natürlich war auch hier kein Schild, kein Plan, kein nix … wer weiß, wann dort der letzte Bus vorbeikam (das war wahrscheinlich noch der KOLUM-BUS
) Aber waren tapfer und strampelten mutig weiter … schließlich können wir ja nicht falsch sein.
Und plötzlich … jaja, es stand fast zu befrürchten … ein Schild!!! Und dieses Schild verschaffte und Gewissheit. Wir waren irgendwonur nicht da, wo wir eigentlich hinwollten … so ziemlich am entgegengesetztesten Zipfel, den man sich denken kann. Aber der erste Schreck, hatte sich schnell gelegt, denn das Schild verhies nix schlechtes: ØLBERG. Der aufmerksame Leser unseres Blogs kennt die Übersetzung – Bierberg. Allerdings weit und breit kein Rasthaus, kein Kiosk – kein Bier. Also gings mit trockener Kehle weiter. Immerhin wussten wir ja nun wo wir uns befanden und konnten so den Rückweg in Angriff nehmen. Genialerweise hatten wir auf unserem Weg am Meer entlang intuitiv die richtige Richtung eingeschlagen, welche wieder Richtung Heimat führte. Und so waren es von Ølberg aus nur noch 9 hügelige Kilometer bis nach Hause. Bloss gut, dass die Landschaft und Wetter sehr abwechslungsreich waren, so wurde es uns bei all der Strampelei wenigstens nicht langweilig. Im Gegenteil … die Zwiebl war ein Stück vorausgeradelt, weil ich wieder mal ein Foto schießen musste (welches an anderer Stelle veröffentlicht werden wird), als vom Wegesrand ein kleines Wollknäul auf den Weg gesprungen kam und sich gleich neugierig an meinem Rad und meinem Hosenbein zu schaffen machte. Irgendwann kam dann auch die Zwiebl zurück und war gleich hin und weg …

Wenn das die Kiri sieht … Na jedenfalls hat sich der Rückweg so um einiges verzögert … und wenns nach der Zwiebl gegangen wäre, dann hätte Kiri jetzt ein Schwesterlein. Aber leider hatten wir keinen Kindersitz fürs Fahhrad dabei
Immerhin, wir haben den Weg wieder nach Hause gefunden und waren nach dieser Irrfahrt reichlich geschafft, aber um einen sehr schönen Ausflug reicher.
