Mittwoch, 26. Dezember 2007

Weihnachten 2007 – eine Geschichte

Die Weihnachtsfeiertage dieses Jahres neigen sich dem Ende und ich hoffe, alle Leser haben sie ebenso genossen wie wir.

Für uns begannen die fröhlichen Tage mit einem Theaterbesuch in Stavanger. Das Rogalandtheater spielte dort die Geschichte “Det tusende hjertet” – ein spannendes, rührendes Musical für die ganze Familie. Zwar waren wir wohl die einzigen ohne Familie dort, aber schön wars trotzdem. Die Karten dafür fand ich übrigens vor ein paar Tagen in meinen nichtgeputzten Winterstiefeln – da war der Nikolaus dieses Jahr wohl sehr nachsichtig.

Der lille Juleaften (wie der 23. Dezember hier genannt wird) stand dann ganz im Zeichen der Weihnachtsvorbereitungen. Da wurde die Küche zum Schlachtfeld und die Stube zum Großspielplatz für kleine Katzen. Da wurde gebruscht und dekoriert … Lichter aufgehängt, Baum aufgestellt (nicht ganz Norwegen-stilecht weil aus Plaste ;) ) geschmückt (ganz norwegen-stilecht mit Fähnchen) Braten vorbereitet, Rotkraut geschnippelt und gekocht, Farikal zubereitet und der Kartoffelsalat für den Weihnachtsabend angerichtet …

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Der Weihnachtstag begann etwas überraschend. Denn wer hätte es gedacht, auch in Norwegen zeigt man zu Weihnachten DEFA-Märchenfilme. Und so eröffneten “Drei Haselnüsse für Aschenputtel” unseren Weihnachtsabend. Ein wenig merkwürdig war allerdings die Stimmlage von Aschenputtel, denn anders als in der deutschen Version wurde hier der tschechische Originalton durch einen norwegischen Märchenerzähler überlagert und so hatte Aschenputtel eine tiefe großväterliche Männerstimme ;)

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Anschliessend begann dann die weihnachtliche Konferenzschaltung. Wenn wir schon nicht mit der Familie am Tisch sitzen können, so wollten wir doch wenigstens mal draufschauen … Dank Skype und Webcam war dies möglich – Danke Skype! Danke Logitech!

Und so verging die Zeit wie im Fluge und es nahte der Augenblick, da der Stollen auch offiziell angeschnitten werden durfte. Hmmmm lecker. Da kam doch gleich noch ein bisschen mehr Weihnachtsstimmung auf. Und nachdem auch der Stollen verkostet war, war es auch bis zur Bescherung nicht mehr weit. Die Zeit haben wir uns mit ein wenig norwegischem Weihnachtsprogramm und einer Runde durchs weihnachtliche Sola vertrieben … wobei weihnachtlich ist relativ, denn pünktlich zum Heilig Abend hat typisch südwestnorwegisches Weihnachtswetter eingesetzt: Regen und ein kräftiger Wind. Aber das konnte uns nicht abschrecken, schließlich wollten wir einen bisschen in der Nachbarschaft spionieren und Platz schaffen für das Weihnachtsmahl. Geschaut haben wir … nur gesehen nicht allzu viel, denn zu unserem Erstaunen waren die meisten Häuser finster … waren wohl alle ausgeflogen. Oder vielleicht wussten die auch nur, dass die Julenisse nicht so gern nach Sola kommen. Nunja, der Spaziergang hat jedenfalls den Zweck erfüllt – wir sind mit großem Weihnachtsappetit wieder nach Hause gekommen. Und so konnte ich mich auch für die Littmännsche Tradition von Kartoffelsalat und Weißwurst (hier in der norwegischen Version) begeistern.

Danach folgte der wichtigste Teil des Abends … die Bescherung und zur Freude aller, hatten die Julenisse tatsächlich den Weg zu uns gefunden.

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Welch ein Glück, meine schlimmsten Befürchtungen hatten sich nicht bestätigt und es war ein fröhliches Weihnachtsfest.

Die verbleibenden Feiertage haben wir in alle Ruhe verbracht. Das “Weihnachtswetter” hielt an und die Vorfreude auf unser Kalkun (Truthahn) wurde am 1. Feiertag gestillt. Der Braten und das Rotkraut waren lecker, über den Rest schweigen wir lieber ;) . Dafür haben wir uns zum 2. Feiertag an einem typisch norwegischen Gericht versucht – FarikÅl – nicht typisch weihnachtlich aber immerhin typisch Norwegen. Das Ganze ist ein Schichteintopf aus Weißkraut und Lammfleisch. Dazu gibts Kartoffeln. Wir wissen zwar nicht, wie es schmecken muss, aber nach unserer Version wars lecker. Und das ist die Hauptsache.

So ist unser erstes Weihnachtsfest in Norwegen schon fast Geschichte … mal sehen, wie viele noch folgen werden.

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