Sonntag, 17. Februar 2008
Da geht die Post ab
Wie auch in Deutschland war auch hier die Post in den vergangenen Tagen in den Schlagzeilen. Doch während es in Deutschland um eher kriminelle Machenschaften im Postumfeld geht, geht es in Norwegen um die Verbesserung der Verbraucherfreundlichkeit. Obwohl es auf den ersten Blick vielleicht nicht so aussieht. Denn in einer Pressemitteilung verkündet die Post, dass sie in den kommenden Monaten über 100 Postämter in ganz Norwegen schliessen wird.

Pressefoto posten.no
Das klingt vielleicht dramatisch, ist es aber bei genauerem Hinsehen gar nicht. Im Gegenteil, denn wie die Post mitteilt, sind von dieser Schließung nur Ämter betroffen, welche “von den Kunden schon aufgegeben wurden”. Das heißt, welche nicht mehr von den Kunden genutzt werden. Zudem werden die Postfilialen nicht ersatzlos gestrichen, sondern werden sie durch Postbutikken ersetzt. So sind die Postdienstleistungen für die Kunden wesentlich länger zugänglich als dies in den bisherigen Postfilialen der Fall war (das PAmt in Sola schließt 15:30Uhr). Auch das Postamt in Sola ist von dieser Umstrukturierung betroffen.
Die über 600 betroffenen Postmitarbeiter werden übrigens nicht arbeitslos, sondern erhalten neue Aufgaben innerhalb der Post.
Wieder auf Kurs
Verbraucherfreundliche Nachrichten gibt es auch von der Busfront. Wie es scheint, haben Kolumbus und Veolia das Buschaos vom Jahresbeginn endlich in den Griff bekommen. So weit ich das beurteilen kann, fahren die Busse wieder planmäßig. Zudem konnte man in den vergangenen Tagen häufiger beobachten, dass nichtnorwegische Fahrer von einem Kollegen in die Geheimnisse des norwegischen Kollektivtraffiks eingeführt wurden.
Allerdings kommen die anfänglichen Schwierigkeiten die Busgesellschaft teuer zu stehen. Es wird spekuliert, dass Veolia rund 20 Millionen Kronen Strafe zahlen muss. Angeblich enthält der Vertrag zwischen Kolumbus und Veolia eine Klausel, welche Veolia zu einer Strafzahlung von 5.000 NOK pro nicht planmäßig gefahrene Tour verdonnert. Natürlich schweigen sich die Verantwortlichen zu genauen Zahlen aus. Doch angesicht der Größenordnung kann man das Ausmaß des Busdebakels einigermaßen abschätzen.
