Freitag, 04. April 2008

Ui jui jui

Diese Worte (oder was auch immer das ist) waren das Motto der vergangenen Tage und Wochen. “Ui jui jui” wird von den Norwegern sehr gerne gebraucht … als Ausdruck des Erstaunens, der Freude, des Erschreckens, des erleichtert Seins, des … eigentlich immer. Das klingt bei Erwachsenen reichlich seltsam. Besonders, wenn dich Montagmorgen der Moderator im Radio am mit einem erstaunten “ui jui jui” weckt, weil er offensichtlich die Zeitumstellung verpasst hat, oder der Nachrichtensprecher im TV die tragischen Geschehnisse des Tages mit einem “ui jui jui” des Entsetzens kommentiert. Doch auch die ersten Yachten, welche den nach den Winterstürmen gerade wieder freigegebenen Hafen zuparken, werden mit einem bewundernden “ui jui jui” bedacht.

yachten.jpg

Osterferien:

Wie bereits an dieser Stelle erwähnt, weilten wir zu Ostern das erste Mal seit einem halben Jahr zu einem etwas längeren Aufenthalt in Deutschland. Am Gründonnerstag, welcher in Norwegen ein Feiertag ist, sind wir gemeinsam mit 95% der übriggebliebenen (10%) Norweger in die Osterferien aufgebrochen (die anderen weilten ja bereits seit dem Wochenende auf der Hütte im Gebirge). Doch zum Glück gab es noch ein paar wenige (5 oder 6) Norweger, welche die Ostertag zu Hause verbringen wollten. So konnten wir unser Kiri-Kind bei Chefre in die Ferienspiele geben.

Wobei Ferien ist eigentlich der falsche Ausdruck. Denn meine Planungschefin hatte ein ziemlich straffes Programm zusammengestellt. Es wollten immerhin viele Besuche getätigt werden. Das war auch sehr schön, aber so richtig erholsam ist die ganze Rumkutscherei nicht. Es hat uns dennoch gefreut, Eltern, Freunde und Bekannte wiederzusehen. Und so war es alsbald wieder Donnerstag und Zeit für den Rückflug. “ui jui jui” … war die Woche schnell rum. Zu Hause sind wir dann geschafft aufs Sofa gefallen, und haben uns erstmal ausführlich mit unserem Katzenkind beschäftigt.

Familienzuwachs:

Am Samstag waren wir dann schon wieder auf dem Flughafen zu finden. Diesmal waren wir unterwegs nach Bergen. Dort waren wir zur Baby-Übergabe verabredet. Keine Angst, wir haben nix mit Kinderhandel am Hut … nicht wirklich. Wir haben lediglich unser 2. Katzenkind abgeholt. Schliesslich sollte Kiri kein Einzelkind bleiben und nun sind wir zu viert.

Doch der Anfang war veldig “ui jui jui“. Die kleine Filli hat uns gleich vom ersten Augenblick voll auf Trab gehalten. Die ganze Reiserei ist ihr nicht so richtig gut bekommen. Noch bevor es wieder zurück nach Stavanger ging, mussten wir die Kleine nach Durchfall und kräftiger Übelkeit auf der Flughafentoilette mit einer Komplettdusche quälen. Den anschliessenden Flug hat sie dann aber gut verkraftet und war dann zu Hause wieder soweit zu Kräften gekommen, dass sie gleich ganz neugierig ihr neues Reich inspiziert hat. Kiri war natürlich von dem kleinen Eindringlich nicht wirklich begeistert. Und so wurde erstmal kräftig gefaucht, geknurrt und auch mal die Tatze gegen den “Feind” erhoben. “Ui jui jui” das ging manchmal ganz schön heftig zur Sache. Aber zum Glück ist Filli kein Kind von Traurigkeit und hat sich von den Attacken der großen Schwester nicht wirklich abschrecken lassen.

fili.jpg

Inzwischen kennen sich die beiden seit fast einer Woche und nähern sich nun immer weiter an. Momentan sieht es so aus, als ob sie bald beste Freundinnen sind.

Endlich wieder Fußball:

Letztes Wochenende haben sicher viele Norwegerinnen ein erleichtertes “ui jui jui” ausgerufen, denn endlich haben sie wieder frei von diesen knurrigen, grießkrämigen und übellaunigen Geschöpfen, welche sich Mann nennen ;) Am Samstag startete endlich die neue Tippeliga-Saison (die norwegische Bundesliga). Seit Ende November – also über 4 Monate – gab es hier fussballtechnisch nur Magerkost – Trainingslager, unzählige Trainingsspiele und Spekulationen über die kommende Saison. An allen Ecken hat man dem Saisonstart entgegengefiebert, um endlich zu sehen, wer denn nun tatsächlich die Favoritten auf Seriegull (Meisterschaft) sind. Nach einer kräftigen Aufstockung des Kaders wird Viking Stavanger in diesem Jahr als ganz heißer Meisterschaftskandidat gehandelt. Und so war es natürlich besonders spannend, ob dem Uwe seine Jungs die hohen Erwartungen erfüllen können.

Der Auftakt gegen Strømmsgodset (Drammen) war zwar nicht glanzvoll aber erfolgreich. Immerhin 1:0 gewonnen. Aber zum Ende hin wars dann ganz schön eng – “ui jui jui“. Das entfuhr dann auch mehreren TV-Kommentatoren, als einige der Mitfavoritten gleich zum Saisonstart schon mal in Schwierigkeiten kamen. Aber die Saison ist noch sehr lang und unglaublich spannend. “Ui jui jui“!

3 Kommentare zum Beitrag “Ui jui jui”

  1. aiko schrieb am 04. April 2008 um 23:04 Uhr:

    moin, moin nördlichere bewohner dieser erde.
    schöne namen kiri und filli. wir sind schon auf die namen eurer kinder gespannt, unsere vorschläge wären pal, magne, morten oder thorben, ingard, sampro oder freyja – jaja wer im glashaus sitzt, sollte nich’ mit steinen werfen (sind nur kiesel).
    grüße aus buxtehude. wir wünschen dem neuen mitglied der nun viererbande eine schöne zeit und euch ein schönes wochenende.
    jana und aiko

    Antwort: Da hat ja jemand gewaltig im Namensbuch geblättert. ;) Aber wo sind die Vorschläge für Mädchennamen?

  2. Martin schrieb am 05. April 2008 um 17:04 Uhr:

    Heisan,
    sehr schön mal wieder was von euch zu lesen :-)
    Ihr habt in Stavanger eine Bergenser Miez adoptiert? Ich hoffe Filli verträgt diesen gewaltigen Sprung.
    Was war eigentlich in Stavanger Aftenblad der Aprilscherz?
    Hier läuft soweit alles bestens.
    Viele Grüße von
    Martin

  3. Martin schrieb am 08. April 2008 um 09:04 Uhr:

    HamKam – Viking 3:2 *hüstel* ;-)

    Antwort: Ein grummeliges “Ui jui jui” … das ging ziemlich in die Hose. Aber zum Glück haben sich alle anderen auch nicht grade mit Ruhm bekleckert! Bergen, Rosenborg, Lillestrøm … alle verloren! Heia Viking!

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