Mittwoch, 17. September 2008
Etappe 5 – ohne Wasser geht es nicht
Ein grauer Morgen bergüßte uns in Tromsø – dicke Wolken, Nebel und Regen. Nach all dem Sonnenwetter musste es ja mal so kommen. Uns so hielten wir uns auch gar nicht lange beim Frühstück auf und brachen schnellstmöglich auf. Unser Zimmer lud ja eh nicht zum längeren Verweilen ein und der Regen erleichterte uns den Abschied zusätzlich. Doch wir konnten natürlich nicht aus der Stadt verschwinden, ohne wenigstens eines der interessanten Museen zu besuchen, ddie man in Tromsø finden kann. Die Winteröffnungszeiten haben uns die Entscheidung leicht gemacht und so ging es ins Tromsø-Museum der Universität.

Die Eismeerkathedrale in Tromsø
Dort gab es viel Interessantes zu entdecken, über Nordlichter, Samen, Finnmark, Norwegische Gesellschaft, Öl und Gas … eine bunte Mischung aus den verschiedensten Themengebieten. Doch ganz gleich welcher Austellungsbereich … das Museum war einfach gut gemacht. Und so verging die Zeit rasend schnell, so dass wir nach knapp 2 Stunden unseren Besuch abbrechen mussten.
Der Plan für den Tag war wieder gut gefüllt und wir hatten uns für die Weiterfahrt für eine Strecke entschieden, welche 2 Fähren beinhaltete. Natürlich hatten auch diese schon auf Winterbetrieb umgestellt, so dass wir uns sputen mussten. Es ging jedoch alles glatt. Dank kräftigem Wind und Nebel hatte sich die Fähre ein wenig verspätet.
Nachdem wir trotz Verspätung auch die zweite Fähre erreichten, ging es nach knapp 45minütiger Überfahrt am andern Ufer wieder auf die E6 in Richtung Norden. Die Wolken hingen tief und in den Tälern hing dicker Nebel. Daher konnte man nicht sonderlich weit schauen. Trotzdem war erkennbar, das die Landschaft um uns herum eine ganze Spur rauher war. Der Baumbestand war wesentlich dünner als noch ein paar Kilometer weiter südlich. Es ging ein Stück an der Küste lang und stetig auf und ab.
Irgendwo auf einer Passstraße standen dann plötzlich wilde Tiere im Weg – Rentiere – jede Menge! Da mussten wir natürlich stoppen. Wir konnten ja nicht riskieren, dass der Ruprecht in diesem Jahr zu spät kommt, weil er eines seiner Rentiere verloren hat.

Als die Straße wieder frei war, gings weiter … zu diesem Zeitpunkt trennten uns noch 370km von unserem Ziel. Doch bevor wir wieder geradewegs das Ende der Welt ansteuerten, machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Øksfjordjøkelen, einem der größten Gletscher Norwegens, der zudem bis ins Meer reicht.

Nach eingehender Untersuchung des Untergrundes haben wir uns dann aber entschlossen, die Wanderung zum Gletscher zu unterlassen. Wir kennen ja inzwischen norwegische Wanderwege und haben gelernt, dass Regen, Schlamm und Steine eine Wanderung nicht unbedingt vereinfachen. Daher haben wir uns mit einem entfernten Blick auf den Gletscher begnügt.
Stattdessen haben wir uns wenig später am Altafjord auf die Suche nach Bubbelen – der blubbernden Springquelle gemacht. Unser treuer Reiseführer gab die Wanderung mit 600m bergauf an. Nachdem wir aber knapp anderthalb Stunden bergauf gestiefelt waren und “Bubbelen” noch immer nicht gesichtet hatten, gaben wir enttäuscht auf. Immerhin fanden wir einen Wasserfall am Wegesrand, das konnte ein wenig trösten, aber das war eben nicht “Bubbelen”.

So langsam verdunkelte sich auch dieser trübe Tag und so machten wir uns straks an den Abstieg. Und als wir fast wieder unten angekommen waren, gelangten wir an einen kleinen Wasserlauf, welcher blubbernd unter dem Felsen hervortauchte. BUBBELEN!

Beim Aufstieg hatten wir diese Stelle ganz knapp verpasst, bzw. haben es einfach nicht erkannt. Doch von oben sah es tatsächlich wie eine blubbernde Springquelle aus. Nun waren wir glücklich und freuten uns auf unser Abendessen in Alta. Das hatten wir uns wirklich verdient. Doch von Bubbelen bis Alta waren noch ein paar Meilen (1 norweg. Meile = 10km) zu fahren. Es war schon dunkel und der Bauch knurrte schon kräftig, als wir gegen halb 9 im Rica Hotel Alta ankamen.
Das Hotel ist ziemlich groß und recht nobel. Doch schon an der Anmeldung machte sich Ernüchterung breit. Erst hielt eine Gruppe angetrunkener Norweger die ganze Prozedur auf und dann bekamen wir mitgeteilt, dass wir erst in einer Stunde zum Essen können. OK, blieb uns genug Zeit uns auf unserem Zimmer einzurichten … das war dann auch wirklich fein.
Als wir dann zum Abendessen kamen war erstmal kein Tisch frei … entweder war die Tische wirklich belegt oder einfach noch nicht abgeräumt. Wir nahmen dann einer dieser Tische. Die Bedienung baten wir dann abzuräumen und abzuwischen. Zumindest abgewischt wurde der Tisch nach einer Weile und uns wurde mitgeteilt, dass es heute kylling (Hühnchen) gibt. Fein!
Eine weitere Dreiviertelstunde später kam das Essen endlich … ein großer Teller mit ca. 1kg (pro Pers.) fettiger Chicken-Wings und Country-Potatoes. Wow … Fastfood aus der Kühltruhe von Rema1000. SUPER!!!!!! Aber was will man auch kurz vor 11 in einem vornehmen Rica-Hotel erwarten?
Bewertung:

Schade, dass nicht noch die Rentiere zu sehen sind. Haben die eigentlich wirklich eine rote Nase, oder trifft das nur auf Rudolph zu?