Montag, 22. September 2008

Etappe 7 – bis ans Ende der Welt

Der große Tag war gekommen. Noch knapp 100 km trennten uns von unserem Ziel. Beim Aufwachen strahlte die Sonne durchs Fenster. Und so gab es kein langes Zögern … aufstehen, frühstücken und los. Doch schon auf dem Weg zum Frühstück zog sich der Himmel bedrohlich zu und als wir startklar waren, hatte der Himmel alle Tore geöffnet. Es regnete kräftig und dichter Nebel zog um die Küste.

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Aber warum sollte es uns besser ergehen als all den Touristen, welche schon vor uns am Nordkapp waren, bei Regen und in dicken Nebel gehüllt und kaum die Hand vor den Augen sehen konnten?

Ganz einfach, weil wir zwei Sonnenkinder sind ;)

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Mit jedem Schild, welches im Meilenabstand unsere Annäherung ans Ziel dokumentierte, änderte sich das Wetter. Sonne, Regen – Nebel – Sonne immer schön im Wechsel. Und ebenso wie Petrus sein gesamtes Repertoire ausspielte, so zeigte sich auch Mutter Natur noch einmal richtig verspielt. Auf den knapp hundert Kilometern hat sie nochmal alle ihre Reize offengelegt, die die norwegische Landschaft zu besonders machen.

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Schroffe Küsten, Steile Berge, tiefe Täler, flache steinige Hochebenen … einfach alles. Und wenn nicht gerade dicke Wolken die Sicht versperrten boten sich fantastische Ausblicke.

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So näherten wir mit großen Schritten unserem Ziel und als wir dieses in Sichtweite hatten, konnten wir uns dem Neid unzähliger Nordkaptouristen sicher sein. Böse Zungen behaupten ja, dass man das Nordkap mit 99% Sicherheit nicht wirklich zu sehen bekommt. Nebel und Regen sind wohl an der Tagesordnung. OK, dann haben wir eben den einen Tag erwischt, der die Ausnahme von der Regel ist:

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Wir hatten tatsächlich freie Sicht und Sonne am Nordkap. Und so konnten wir tatsächlich das Ende der Welt (auch wenn das geografisch nicht ganz richtig ist) oder zumindest das nördliche Ende Europas sehen.

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Obwohl wir von Nebel und Regen verschont blieben (zumindest vorerst), so hatten wir doch ganz schön gegen die mehr als steife Brise dieser letzten Klippe Europas zu kämpfen. Jeder Schritt fiel schwer und es galt sich immer in der Nähe der Absperrungen aufzuhalten, damit man nicht fortgepustet wurde.

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Wer weiß, wohin einen der Wind von dortaus getragen hätte. Es wäre ja auch kaum jemandem aufgefallen bzw. war die Wahrscheinlichkeit einer möglichen Rettung eher gering, da von den angekündigten tausenden Touristen kaum einer zu sehen war. Die hatten sich den Weg aufgrund der oben besagten 99% wahrscheinlich gespart.

Zugegeben sonderlich aufregend ist das Nordkap nicht und wer sich großes Spektakel erwartet wird sicher enttäuscht sein. Aber auf großes Kino waren wir gar nicht aus. Wir waren mit der Multivisionsshow im Nordkap-Kino ganz zufrieden. Natürlich haben wir uns auch darüber hinaus ein wenig im Norkapsenter umgesehen, wurden unsere Urlaubskarten im nördlichsten Postamt der Welt los und haben uns mit dem wohl nördlichsten aber auch teuersten Kakao der Welt aufgewärmt – 28 NOK!!!

Apropos, der Trip ans Nordkap ist nicht ganz billig. Wenn einen die 192 NOK (1 Auto + 2 Pers) pro Weg durch den knapp 7 km langen Nordkaptunnel noch nicht abgeschreckt haben, dann vielleicht die 200 NOK Eintritt pro Person. Immerhin haben wir dank Wintersaison die Parkgebühren gespart. Aber auch ohne die ist das alles natürlich ziemlich heftig.

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Aber was soll’s. Wir waren am Nordkap – dem nördlichsten Festlandspunkt in Europa. Und wir hatten Sonne und freie Sicht.

Einen kleinen Vorgeschmack davon wie es gewöhnlich da oben ausschaut haben wir dann aber doch noch bekommen. Denn beim Verlassen des Nordkap-Centers hatte sich das Wetter komplett gewandelt und es zogen kräftige Regenschauer über das Plateau. Stolz, aber auch ein wenig wehmütig traten wir den Rückweg an. Immerhin war damit der Wendepunkt unserer Reise erreicht und von nun an gings wieder nach Hause.

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Ein Kommentar zum Beitrag “Etappe 7 – bis ans Ende der Welt”

  1. Markus schrieb am 22. September 2008 um 23:09 Uhr:

    Es gibt einen, ich gebe zu etwas anstrengenden, “Trick”, die 200 NOK Eintritt zu sparen: mit dem Fahrrad. Das hatte ich 2005 hinter mir (bin aber in Kirkenes gestartet) mit ebenso Sonne. Da hatten wir wohl jeweils die Sonnenstunden am Nordkapp getroffen.

    Schöner Reisebericht der bei mir viele Erinnerungen weckt.
    Viele Grüsse!
    M

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