Montag, 29. September 2008

Etappe 8 – die schönste Heimreise der Welt

Unser Ziel hatten wir erreicht … aber das bedeutete leider auch, dass sich unser Urlaub dem Ende näherte. Ehrlich gesagt … so wirklich erholsam wars bis dahin nicht … 1600 Kilometer waren zwar aufregend und sehr abwechslungsreich, aber so richtig entspannend ??! … zumal man ja vom nördlichsten Zipfel Europas auch wieder zurück in den sonnigen Süden muss. Deshalb haben wir für unseren Heimweg die schönste Seereise der Welt (aus der Hurtigruten-Eigenwerbung) gewählt. Gleich nach dem ausgiebigen Frühstück und Verstauen unserer Siebensachen sind wir in Richtung Hammerfest aufgebrochen, wiederum begleitet von Sonnenschein und azurblauem Himmel. Da fiel der Abschied ein klein wenig leichter.

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Die Straßen waren an jenem Sonntagmorgen frei und so kamen wir auch auf der letzten Etappe mit unserem Sushi-Flitzer gut voran und hatten Zeit, hier und da noch einmal kurz zu verschnaufen um die Aussicht, oder einfach nur die Sonne zu genießen.Bis nach Hammerfest waren es knapp 100 Kilometer, was dank diverser Stopps – teils freiwillig, teils zwangsweise gut 2,5 Stunden in Anspruch nahm.

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Und so kamen wir gerade rechtzeitig, als unser “Mutterschiff” für die nächsten Tage, in der Eisbärenstadt einlief. Wir parkten direkt am Terminal und erledigten den Checkin. Die MS “Midnatsol” machte eine anderthalbe Stunde in Hammerfest halt … genug Zeit also, um die bisherigen Gäste auf die Stadtrundfahrt zu schicken, neue Gäste aufzunehmen, das Gepäck auf die Kabine zu bringen, wieder zum Fahrzeug zurückzukehren um auf dessen Verladung zu warten …

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Die Stadtrundfahrt der übrigen Gäste war zu Ende, die Schotten wurden langsam dicht gemacht und die Vertäuung gelöst … aber ich stand immer noch am Terminal und wartete, dass unser Flitzer verladen wird. Der musste schließlich wieder mit nach Trondheim, da die HERTZeln von der Autovermietung unverhältnismäßig viele Kronen für die Rückgabe an einer anderen Vermietstation verlangen. Da ist es günstiger, das Fahrzeug mit dem Schiff nach Süden zu transferieren und genau da wieder abzugeben, wo wir es in Empfang genommen haben – am Flughafen in Trondheim.

Wie gesagt, die Turbinen liefen schon heiß, als die 5. Nachfrage bezüglich der Verladung der Fahrzeuge (es war genau 1 zu verladen) endlich Erfolg hatte – Ach ja, da war ja noch was! Fast hätte man mich samt Fahrzeug vergessen, aber zum Glück ging in letzter Minute alles noch gut und ich war auf dem Schiff bevor die Zwiebl “Mann über/nicht an Bord” meldete. Manchmal geht es hier eben nicht ganz so streng geordnet zu und die Kommunikation von Mann zu Mann funktioniert auch nicht immer reibungslos. Aber man nimmt’s norwegisch gelassen und irgendwie funktionierts zum Schluss.

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Nachdem endlich alle an Bord waren und wir Hammerfest auf dem Seeweg verlassen hatten, machten wir uns erstmal auf Erkundungstour durch dieses schwimmenden Hotel, welches mehr einem Luxusdampfer denn einem Arbeitsschiff ähnelte. Die MS “Midnatsol”, auf der wir die nächsten 2,5 Tage verbringen sollten, ist eines der modernsten Schiffe in der Hurtigrutenflotte mit allerlei Schnick und Schnack: Sonnendeck mit Whirlpool, Sauna, Bibliothek, Internetcafe, Souveniershop, Cafeteria, Nachtclub, Restaurant … Also genau das, was wir für ein paar entspannte Stunden brauchten. ;) Dennoch stellten wir ziemlich schnell fest, dass wir ganz offensichtlich nicht zur Zielgruppe der Hurtigrute gehörten. Es war uns beim besten Willen nicht möglich, den Altersdurchschnitt auf dem Schiff zu drücken. Was machen schon zwei Ü-20-Tröpfchen in einem großen 70+-Ozean?! ;) Es waren dann auch zum größten Teil deutsche Senioren, welche das Schiff bevölkerten.

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Foto: Snøhvit (=Schneewittchen)  – Endstation der Untersee-Gasgewinnungsanlage Snøhvit vor den Hafentoren von Hammerfest

Ebenfalls bemerkenswert war die pennible Handhygiene, welche auf dem Schiff betrieben wurde. An jeder Ecke standen Spender mit Desinfektionsmittel und man wurde zu jeder Gelegenheit aufgefordert, die Hände zu reinigen. Das kann schon ein wenig nerven, wenn man das Händewaschen vor dem Klo und nach dem Essen (oder war’s andersherum?) für selbstverständlich erachtet. Aber egal, wir haben uns mit gereinigten Händen erstmal zur Mittagspause aufs Sonnendeck begeben. Hier war trotz 16 Grad Außentemperatur Winterausrüstung angesagt, denn es blies ein recht kräftiger Wind.

Und so ging es angenehm schaukelnd immer an der Küste entlang. Doch je weiter wir Richtung Süden vordrangen, desto trüber wurde der Himmel, bis es schließlich kräftig schüttete. Daher setzten wir das Entspannungsprogramm unter Deck fort … mit Kaffee, Kuchen, Lesen und Vorsichhinträumen. Von der Landschaft war nicht wirklich was zu sehen und das was zu sehen war, konnte norwegenerprobte Touristen nicht wirklich vom Hocker hauen. Unser Urlaubsprogramm war also eine Vollbremsung von 100 (bzw. 90 – max. Höchstgeschwindigkeit in NO) auf 0.

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Abgesehen von einigen kurzen Zwischenstopps in mittelkleinen bis winzigen Orten war der übrige Tag relativ ereignisarm. Und so dauerte es bis in die späten Abendstunden, bis es wieder ein wenig lebendig wurde auf dem Schiff. Das erste Highlight des Abends war die angekündigte Begegnung mit dem Hurtigruten-Schwesterschiff “Finnmarken” gegen 21:00 Uhr. Dieses Ereignis dauerte geschätzte 2 Minuten, wurde lautstark von beiden Seiten untermalt ehe die “Finnmarken” im nächtlichen Regen wieder verschwand.

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Gegen Mitternacht gelangten wir schließlich nach Tromsø, wo für die Mitreisenden das Mitternachtskonzert in der Eismeerkathedrale auf dem Plan stand. Allerdings hatten einige Gäste sichtlich zu kämpfen. Ihnen war offensichtlich nicht bewußt, dass das Mitternachtskonzert auch um Mitternacht stattfindet und derartige Zeiten waren sie einfach nicht gewohnt. ;)

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Da in unseren Reiseunterlagen dieser Ausflug nicht buchbar bzw. uns schlichtweg zu preisintensiv war, haben wir eine kurze Runde durch die uns bereits vertraute nächtlich verregnete City von Tromsø gedreht, die nächste Minibank angesteuert, da man mit Bargeld auf dem Schiff einfach besser die Kontrolle behält und ließen uns schließlich sanft schaukelnd von der Mitternachtssonne in den Schlaf wiegen.

2 Kommentare zum Beitrag “Etappe 8 – die schönste Heimreise der Welt”

  1. Martin schrieb am 30. September 2008 um 09:09 Uhr:

    Hei, hei,

    ja, die hatten in der letzten Zeit 1/2 x böse Noroviren auf der Hurtigrute. Da waren zwei Schiffe über Tage lahm gelegt. Daraus hat man gelernt! Seit dem ist putzen und waschen angesagt :-)
    Ja, auch wir versuchten seinerzeit den Altersdurchschnitt zu heben … ein müßig nutzloses Unterfangen …
    Viele Grüße von Martin :-)

  2. Claudi schrieb am 01. Oktober 2008 um 13:10 Uhr:

    Da hast du dich aber auch ein bisschen jünger gemacht, als du bist. Nicht das Ü20 nicht stimmen würde, aber …

    Danke für die nördlichste Karte, die wir je bekommen haben. Es wäre ja noch zu toppen, wenn ihr demnächst den Nordpol ansteuern tätet.

    lustige Grüße
    Claudi

    ANTWORT: Wieso jünger gemacht? Mit 27E gehöre ich sehrwohl in die Ü20-Kategorie.

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