Dienstag, 07. Oktober 2008

Etappe 8 – die schönste Heimreise der Welt II

Der folgenden Morgen zeigte sich trüb und vernebelt und begann somit wie der der vorherige Tag endete … ruhig und gediegen. Das Schiff schaukelte an der Küste entlang südwärts. Hier und da wurde gehalten um einen neuen Gast oder eine Palette Getränke an Bord zu nehmen. Aber ansonsten verlief die Reise ereignislos. Genug Zeit also zum Ausspannen und Lesen.

d9_01.jpgSpannend wurde es erst wieder am Nachmittag, als wir uns den Lofoten näherten. Die umliegenden Berge wurden höher, die tausend kleinen Inselchen kamen näher, der Fahrweg wurde schmaler und der Himmel immer blauer. Endlich gab es wieder was zu sehen ;)

… die ziemlich enge Passage zwischen Lofoten und VersterÅlen, dann die “on-the-fly” Übergabe der Seeadler-Safari-Gäste und schliesslich die Einfahrt in den Trollfjord …

d9_04.jpg

Stellenweise war es richtig eng – nicht nur auf dem Schiff. Jung und Alt drängten sich am Bug, um ja nicht das beste des Tages zu verpassen.

d9_03.jpg

Man konnte nur die Daumen drücken, dass der Kapitän die richtige Brille aufgesetzt hatte. Die steilen Felswände kamen manchmal bedrohlich nahe. Da ist es nur zu verständlich, dass der Trollfjord wohl nur bei bestem Seefahrer-Wetter befahren wird. Denn sollte es an ein wenig winden, so könnte es gerade an dieser Stelle tatsächlich ein wenig heikel werden.

d9_05.jpg

Immerhin war so viel Platz, dass der große Dampfer in der schmalen Einbahnstraße wenden konnte. Schließlich kamen wir nach Svolvær auf den Lofoten, wo wir zu unserem Lofoten-Ausflug in einen Bus verladen wurden. Gemeinsam mit ca. 30 anderen Gästen gings auf asphalierter Straße über die Insel(n), stets begleitet von tonbandgleichen 3-sprachigen Erläuterungen des Reiseleiters. Schauen sie hier, schauen sie da … so erfuhren wir einiges über die Lofoten, Fischfang, den berühmten Stockfisch, Vikinger … 3 Stunden Rundfahrt inklusive Dia-Show und Galeriebesuch in Henningsvær.

d9_02.jpg

Hier zeigte sich auch, dass sich der Sommer schon aus den nördlicheren Gefilden verzogen hatte, denn etwa zur Hälfte unserer Rundtour setzte die Dämmerung ein und ging ziemlich rasch in sternenklare Nacht über.

So war unser Blitzbesuch nicht mehr als ein kleiner Appetithappen. Der hat immerhin Lust auf mehr gemacht und so geht es wohl in einem der nächsten Urlaube etwas ausführlicher in Richtung Lofoten.

d9_06.jpg

Nachdem wir in der Nacht unbemerkt Bodø passiert hatten, überquerten wir am Morgen des darauffolgenden Tages den Polarkreis … diesmal südwärts und auf dem Seeweg.

d9_07.jpg

Damit waren aber auch schon die Highlights des Tages erzählt. Es ging noch entspannter zu, als die Tage zuvor … und so war der Lesestoff bald aufgebraucht. Deshalb haben wir uns mit den Annehmlichkeiten des Schiffes vergnügt … Sonnendeck und Whirlpool.

d9_08.jpg

Den hatten wir so ziemlich für uns allein. Denn trotz Sonnenschein, wehte doch an Deck immer eine frische Briese. Doch im warmen Blubberwaser störte die nicht wirklich. Wir haben’s uns also nochmal richtig gut gehen lassen und ließen den Urlaub am Abend in der Bar auf sehr angenehme Weise ausklingen.

d10_01.jpg

Bereits am Morgen halb 7 legten wir in Trondheim an und kurz darauf gingen wir von Bord. Immerhin funktionierte das Entladen unseres Fahrzeuges problemlos. Der Kleine wartete schon am Kai auf uns. Er hatte die Seereise gut überstanden und so gings noch für einen Kurzbesuch in die City von Trondheim. Dort ein bissl Frühstück, ein bissl Sightseeing, eine Runde am Nidelv entlang und am Fischschmarkt mit Bacalao (ein Eintopf aus Stockfisch, Kartoffel und Olivenöl) gestärkt – davon hatten wir auf unserem Lofotentonband gehört und der war wirklich lecker.

d10_02.jpg

So verging auch der letzte Tag wie im Fluge und wir mussten schon bald wieder zum Flughafen. Dort verabschiedeten wir uns von unserem treuen Reisebegleiter und waren schon kurz darauf auf dem Heimflug Richtung Sola.

Damit ging unser 11-tägiger Nord-Norwegenausflug zu Ende – wie jeder Urlaub viel zu kurz, nicht wirklich preiswert aber wunderschön.

2 Kommentare zum Beitrag “Etappe 8 – die schönste Heimreise der Welt II”

  1. Meerblickzimmer schrieb am 08. Oktober 2008 um 09:10 Uhr:

    die lofoten & vesterÅlen sind wirklich der hammer. erinnere mich gern daran zurück. wenn ihr mal wieder dort hin fahrt, müsst ihr in Å übernachten. der typ vom stockfischmuseum in Å hat auch nen hostel (es gibt mindestens 2 in Å) und das ist einfach genial!

    viele grüsse! m

    ANTWORT: Danke für den Tipp werden wir gern bei der Planung mit berücksichtigen.

  2. Sebastian schrieb am 10. Oktober 2008 um 17:10 Uhr:

    Nun, der letzte Nebensatz kann angesichts 11 tätiger Automiete, täglichen Hotels mit Halbpension und Hurtigrute samt Automitnahme nicht wirklich überraschen.

    Ich glaube sowas können die meisten deutschen Wirtschaftsflüchtlinge eher nicht nach nur einem Jahr in Norwegen durchziehen ;) .

    Habe gern mitgelesen, irgendwann mach ich so eine Tour auch noch. Vielleicht zur silbernen Hochzeit oder so…

    ANTWORT: Ein Glück, dass wir nicht vor der Wirtschaft geflohen sind, sondern täglich unseren Beitrag leisten ;)

Kommentar zu diesem Beitrag schreiben