Montag, 11. Mai 2009

Alle gegen Alex

Diese Woche steigt in Moskau der alljährliche Eurovision Songcontest – ihr wisst schon, das ist jene Veranstaltung für die Deutschland jedes Jahr einen “Topact” castet, welcher dann zum Entsetzen der deutschen Fernsehanstalten auf einem der hinteren Plätzen ankommt und sich (ehemals) tief verfeindete Länder die Höchstpunktzahlen gegenseitig rüber und nüber schieben.

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Foto: geborgt bei side2.no

Und während man in Deutschland wohl schon damit zufrieden wäre, wenn man nicht irgendwo abgeschlagen im hinteren Drittel der Tabelle landet,schwelgt man hierzulande in Titelträumen. Angeblich steht “unser” Alexander sowohl bei Buchmachern als auch ausgewiesenen Songcontest-Experten ganz hoch im Kurs. Und so war dann auch heute in diversen Boulevardblättern zu lesen, dass der singende Geiger (oder geigende Sänger?)  der umschwärmteste Teilnehmer bei der Wilkommensfeier in Moskau war. (Wer den 22-Jährigen umschwärmte, war jedoch nicht zu erfahren ;) .

Doch kurz vor der Zielgeraden trüben dunkle Wolken die Siegeshoffnungen – wittert man doch dieser Tage bösartige Verschwörungen gegen “unseren” Alex. Nicht genug damit, dass ausgerechnet der Namensvetter aus Deutschland mit einer (sicher nicht wirklich) “billigen” Stripshow die Titelträume zerstören will. Darf man englischen Medien glauben, so hat die Insel zum Boykott gegen den norwegischen Grand Prix-Beitrag geblasen. Grund dafür ist die etwas unglückliche Mitwirkung des norwegischen Schiedsrichters im Champions-League Halbfinale zwischen Chelsea London und dem FC Barcelona. Dabei hatte nach Ansicht vieler britischer Fussballfans der norwegische Unparteiische die Manschaft um Michael Ballack durch grobe Fehlentscheidungen um den verdienten Sieg gebracht. Und dafür soll nun der Alex büßen.

Ich persönlich bezweifle ja die Objektivität englischer Fußballfans und halte das Ganze daher für einen ziemlich billigen Racheakt. Aber vielleicht hat diese Aktion ja auch überhaupt keine Auswirkung auf das Ergebnis des Songcontests -  schließlich ist die Überschneidung der Zielgruppe von Champions-League und Eurovision Songcontest wohl eher gering! Wie dem auch sei. Sollte Alexander nicht mit dem Sieg aus Moskau zurückkehren, so wird man die Schuld wohl bei den Briten suchen und dem Inselvolk die Freundschaft kündigen.

Dabei hatte Alexanders Grand-Prix-Märchen doch so gut angefangen. Noch im Februar hatte er sich mit “Fairytale” (Märchen) im Landesfinale trotz massiver Beschwerden der anderen Teilnehmer wegen Bevorteilung durch die staatlichen Rundfunkanstalten, durchgesetzt. Seitdem fiedelt er auf allen Kanälen im (gefühlten) Halbstundentakt und erzählt von der großen Liebe, welche er einst vor vielen Jahren erlebte – damals, als er noch jünger war ;)

Zugegeben, anfangs hatte ich geglaubt, dass dieser Song aufgrund des folkloristischen Einschlags tatsächlich eine Chance hätte. Aber inzwischen ist das Gefiedel hier dermaßen durchgenudelt, dass es einfach nur noch nervt. Daher schließe ich mich dem englischen Boykott an und hoffe inständig, dass Norwegen den Eurovision Songcontest nicht gewinnt, da ich sonst befürchte, dass das Lied nicht mehr nur jede halbe Stunde sondern alle 10 Minuten irgendwo im Radio ertönt. Deshalb – BITTE NICHT anrufen ;) !!!!

Das Video (ich kann/will das Lied einfach nicht hier einbinden)

Weitere Infos:
Die norwegische ESC-Seite
und die deutsche Seite

Ein Kommentar zum Beitrag “Alle gegen Alex”

  1. krauß schrieb am 18. Mai 2009 um 19:05 Uhr:

    Nun hat ers doch geschafft und nicht nur in Norwegen ist der Siegertitel häufig zu hören. So sehen eben Gewinner aus, da kann man nichts machen. Unser Superstar wird auch sehr strapaziert, er ist aber wenigstens sympatisch un hat eine schöne Stimme.
    Mum.

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