Donnerstag, 16. Juli 2009
Jack Sparrow zu Besuch
PIIIIRAAATEN! Gestern gegen Mittag …. Gewitter und Nebel in Stavanger. Plötzlich taucht eine schwarze Perle aus dem Nebel auf. Die historische Silhouette eines Großseglers … begleitet von meherern kleinen und mittelgroßen Booten … sah von der Ferne aus wie ein echtes Piratenschiff. Als dann noch schwere Kanonenschläge durch den Nebel halten, glaubte man sich in einem autentischen Piratenabenteuer mit Jack Sparrow in der verfluchten Karibik.

Doch der ‘fliegende Holländer’ entpuppte sich als ‘alter Schwede’. Die Götheborg macht auf ihrer Tour durch Skandinavien für 3 Tage in Stavanger halt. Das Schiff ist ein originalgetreuer Nachbau des Handelsschiffes Götheborg III, welches im 18. Jahrhundert auf der Ostindien-Linie zwischen Schweden und Asien verkehrte und 1745 auf der Rückfahrt kurz vorm Heimathafen auf Grund lief und sank.

Fast dreihundert Jahre später machte sich eine Gruppe Schiffsverrückter daran, das Schiff originalgetreu nachzubauen. Mehr als 10 Jahre zimmerten sie an dem Prachtstück, welches 2005 fertiggestellt wurde. Seitdem segelt das neue alte Schiff wieder über die Weltmeere und sorgt überall wo es auftaucht vor großes Aufsehen. So auch hier in Stavanger. Hunderte Schaulustige trotztem dem wütenden Grollen des Wettergottes (manche auch mit bester Aussicht im Trockenen am Bürofenster
). Dicke Wolken, Blitz und Donner begrüßten das Schiff in Stavanger. Es stand schon zu befürchten, dass die Schweden wieder den Krieg ausrufen, wenn das prächtige Schiff ausgerechnet im Hafen von Stavanger vom Blitz versenkt wird.

Soweit kam es aber zum Glück nicht. Stattdessen gewährte die Besatzung uns heute einen kleinen Einblick in das Leben auf einem solchen Schiff. Während zahlreiche Besatzungsmitglieder auf und um das Schiff umherwuseln, um das gute Stück in Schuss zu halten, gewährten Männer in historischer Tracht Zutritt zum Sonnen- und Kanonendeck. Dieses diente damals gleichzeitig als Speise- und Schlafsaal. Heute hat es die Crew sicher ein wenig komfortabler, wenngleich es trotz der Größe des Schiffes im Inneren recht beengt zugeht.

Die heiligsten Hallen – Mannschaftskojen und Kapitänskajüte – bekamen wir dann aber doch nicht zu sehen. Dieser exklusive Einblick blieb den Obrigkeiten sowie den Vertretern der Presse vorbehalten. Diese haben dann auch das eine oder andere nicht ganz originalgetreue Extra entdeckt.
Alles in allem ist das Schiff eine beeindruckende Erscheinung (auch mit gerafften Segeln). Ein Anblick, den man so sicher nicht alle Tage zu Gesicht bekommt.

Weiter Infos: www.gotheborg.com
Artikel mit weiteren Bildern auf aftenbladet.no
