Sonntag, 19. Juli 2009

Vom Fischer und seiner Frau

Seit ein paar Tagen weilen die Littmänner zum diesjährigen Norwegenurlaub bei uns. Wichtigstes Reisegepäck war eine komplette Angelausrüstung inkl. zweier Angelruten, welche bei uns stationiert werden. Schließlich ist der Schwiegerpappa Angler aus Passion. Und was ein echter Angler ist, der kann natürlich nicht nach Norwegen reisen, ohne auf hoher See auf Fischjagd zu gehen.

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Da aber Angeln allein keinen Spass macht, wurden wir zu einem Angel-Crashkurs verdonnert. Zunächst gings daher ans Wasser, um vom Festland aus, das Auswerfen der Angel zu üben. Das ging ja soweit ganz gut. Ich hab Brückenpfeiler getroffen und cirka 5 Kilo Seetang gefangen. Aber es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Doch auch die Zwiebl sollte ihren Teil der Lehre absolvieren. So gings für sie, gemeinsam mit den Eltern am Dienstag raus aufs Meer, um vom geliehenen Kahn aus die großen Brocken an Land zu zerren. Doch leider hatten die Fische etwas dagegen und die Ausbeute war eher mickrig. Das ließ den Angelprofi ein wenig unruhig werden. Es kann ja wohl nicht sein, dass man in Norwegen keinen ordentlichen Fisch an den Haken bekommt. Keine Story fürs Anglerlatein … so konnte er natürlich nicht wieder heim reisen.

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Deshalb war es dann am Freitag meine Tour … ich hatte mir einen Tag frei genommen, um mit dem Schwiegervati von Randaberg aus, das Meer unsicher zu machen. Wir hatten von den Frauen des Hauses einen klaren Auftrag mit auf den Weg bekommen: Mindestens vier große Fische, damit es für ein zünftiges Fischdinnee reicht!

Nachdem uns der Wecker schonmal einen Streich gespielt und einen frühen Start verhindert hatte, waren wir gegen 10 Uhr seeklar, setzten den Motor in Gang und tuckerten bei herrlichem Angelwetter auf die große See hinaus. Ausgestattet mit einer Seekarte auf der DIE Fischgründe markiert waren, steuerten wir nordwärts um an DER Stelle unser Glück zu versuchen. Doch es stellte sich schon bald heraus, dass außer einem kleinen Spielzeugaal dort nicht wirklich viel zu fangen war.

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Also tuckerten wir noch ein Stückchen weiter hinaus … dorthin, wo sich sonst nur die Riesen der Ozeane tummeln. Und siehe da … der Köder (kleine Plastikatrappen) war noch gar nicht recht im Wasser, da zappelte es schon gewaltig an meiner Rute. Die erste Makrele hatte genug vom kalten Nass und sehnte sich nach dem Trockenen.

Von da an ging es Schlag auf Schlag … wir kamen kaum zum Luftholen geschweige denn zum Pause machen. Ständig zappelte irgenein Fischlein am Haken … gerne auch mal zwei oder drei gleichzeitig.

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Die konnten einfach nicht genug kriegen von unseren schmackhaften Köderlein. Und so verging die Zeit wie im Fluge. Anfangs war ich eher etwas skeptisch, und fürchtete schon, dass das wohl ein sehr tröger Tag werden würde. Doch weit gefehlt. Wäre ich an jenem Tag ordnungsgemäß ins Büro gegangen, hätte ich todsicher einen ruhigeren Tag verlebt. Das Fische-aus-dem-Wasser-leiern artete richtig in Arbeit aus.

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Der Schwiegervati war jedenfalls happy und ich stolz wie Oscar. Immerhin konnte sich unsere Beute sehen lassen: 20 kräftige Makrelen, 5 Dorsche, 2 Seelachse + eine Jakobsmuschel + diverse Kleinfische, die wir wieder ins Meer entliessen, damit sie bis nächstes Jahr noch ein bißchen wachsen können. Insgesamt mehr als 15 Kilo (ohne Kopf und Innereien warens immer noch mehr als 10!) – das reichte definitiv für einen großen Fischteller am Abend.

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Wir hatten unseren Auftrag mehr als erfüllt und konnten so getrost wieder an Land rudern. Auf der Rücktour kam dann der Jürgen nochmal richtig ins Schwitzen, denn großzügig wie ich bin, habe ich ihm das Schlachten und Ausnehmen der Fische überlassen ;)   das ist nix für mein zartes Gemüt.

Am Abend gabs dann reichlich lecker Fisch mit Kartoffeln und Rotkraut … die übrigen Fischlein wanderten als Filet getarnt ins Gefrierfach. Die Angeln wurden inzwischen in der Garage verstaut und werden wohl erst beim nächsten Besuch der Littmänner wieder rausgeholt. Bis dahin sollte unser Fischvorrat getrost reichen.

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Mein erster Angeltripp war also ein voller Erfolg … das Angeln an sich ist nicht weiter schlimm. Im Gegenteil … das ist besser als jedes Hanteltraining in der Muckibude. Nur die Zwischenarbeiten bevor der Fisch in die Pfanne kann sind einfach nix mich.

2 Kommentare zum Beitrag “Vom Fischer und seiner Frau”

  1. Anja schrieb am 21. Juli 2009 um 18:07 Uhr:

    Na Marzl,
    dann herzlichen Glückwunsch zum ersten erfolgreichen Angelausflug. Ich gebe zu, ich bin schon etwas neidisch, Dich bei schönem Wetter auch noch Fische angeln zu sehen. Und dann auch noch viele leckere Makrelen gefangen. Seufz. Lässt sich im Leipziger Flachland leider nicht so gut machen. Ich muss dieses Jahr auf den Norwegen-Angel-Ausflug verzichten. Aber nächstes Jahr klappt’s bestimmt wieder. Euch beiden weiter eine schöne Zeit.
    Liebe Grüße von Anja

  2. marzl schrieb am 26. August 2009 um 20:08 Uhr:

    @Anja: Danke für die Glückwünsche! Ist schon mal ganz witzig, die Fischlein mit lustigen Plastikködern zu veralbern. Aber zum Großfischer werde ich ganz bestimmt nicht. Von daher bleibts wohl beim Dosenfisch ;) und den gibts auch im Leipziger Flachland. Guten Appetit und liebe Grüße zurück na L.E.

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