Mittwoch, 26. August 2009

Sommerferien 09-02: Ziemlich finster

Wider Erwarten haben wir die erste Nacht im Zelt sehr gut überstanden. Die alten Knochen haben sich nicht gesträubt, die Biker-Senioren waren friedlich, nur der Typ mit der großen Gießkanne konnte sich mal wieder nicht beherrschen. Aber egal, der erste Morgen in der Fremde war sehr angenehm … leicht diesig mit einem Hauch Sonnenschein. Das konnte also nur ein guter Tag werden.

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Nach ausgiebigem Frühstück gings dann weiter Richtung Süden. Jedoch nicht, ohne vorher nochmal in Flekkefjord Halt zu machen. Hatten wir doch auf einer dieser touristischen Landkarten ein kleines Bildchen erkannt, welches wir uns im Original etwas näher anschauen wollten.  Doch bevor wir soweit kamen, gings dreiviertel rum um die Insel zur Fähre. Dabei konnte man erahnen, wie schön es dort eigentlich sein könnte. Die Empfindung von Schönheit ließ allerdings schon auf der Fähre nach. Denn wer die Insel Hidra gratis erobert hat, kommt definitiv nicht mehr gratis runter.

Schließlich kamen wir wieder nach Flekkefjord. Inzwischen strahlte Klärchen und wir parkten unseren kleinen Packesel am alten Bahnhof. Von dortaus führt nämlich die alte Flekkefjordbahn 17 km ins Landesinnere. Das konnten wir uns als alte Eisenbahnerianer natürlich nicht entgehen lassen. Doch wer glaubt, man setzt sich gemütlich in einen kleinen historischen Zug mit dicker Dampflock vornedran, der hat sich getäuscht. Denn die Flekkefjordbahn setzt auf manuellen Antrieb.

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Ausgestatten mit Schutzhelm, Warnweste und einer kleinen Taschenfunzel machten wir uns mit der Fahrraddraisine auf den Weg. Der freundliche Draisineverleiher hatte uns zusätzlich mit einer Karte ausgestattet, damit wir auf den Gleisen ja nicht falsch abbiegen. Wir hatten noch gar nicht richtig auf dem Gefährt platzgenommen und das erste Mal so richtig in die Pedale getreten, da wurde es auch schon finster. Ganz klar, rund um die Stadt … Berge … und wenn der Zug da hin wollte, musste er da drüber/durch. Und wir kommt ein Zug übern bzw. durch den Berg?

Richtig! … durch einen Tunnel. Und davon gab es auf der 17 km langen Strecke einige! Manche ganz kurz, so dass man quasi durchschauen konnte, andere schon etwas länger. Der längste Tunnel war gut 1,2 Kilometer sprich eintausendzweihundert Meter lang!!! Wie lange braucht man als untrainierter Radler mit der Fahrraddraisine für 1,2 km??? 5 Minuten??? 10??? Ich weiss es nicht, es dauerte wohl eine gefühlte Ewigkeit. Echt gruselig, wenn man kein Licht am Ende des Tunnels sieht … und so verdammt finster. Das Funzellicht half da nicht wirklich viel weiter. Da hieß es einfach nur: Augen zu und durch! Wobei…

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Irgendwann sind aber auch die dunkelsten 1200 Meter zu Ende und man strampelt dem erlösenden Schein des Tageslichts entgegen. Das Ganze ist wirklich nix für Leute mit einer Dunkel-Phobie (Achluophobie). Aber genau das macht auch wieder den Reiz dieser Fahrt aus. Denn wenn man einmal der endlosen Finsternis entkommen ist, erfreut man sich umso mehr am Sonnenschein und der wunderschönen Landschaft. 

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Irgendwann nach 17 aufregenden Kilometern beendete eine einfache Kette quer über die Gleise unsere Reise. Und da die Bahn eine einspurige Sackgasse ist, hieß es Drainise umhieven und warten, ob da noch wer auf der Strecke ist. Man stelle sich vor, wenn zwei dieser Gefährte in einem der Tunnel …. aber nein, nicht an sowas denken ;) Schließlich ging es auf dem gleichen Schienenstrang zurück, also auch nochmal durch all die finstern Löcher im Berg. Zumindest griff uns die Hangabtriebskraft auf Rückweg ein wenig unter die Arme, so dass wir bald wieder am Ausgangspunkt dieser abenteuerlichen Reise ankamen.

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Falls es an dieser Stelle nicht so recht rüberkam, hier nochmal ganz deutlich: Diese Tour ist eine klasse Sache … kann ich jedem, der sich im Dunkeln nicht fürchtet nur empfehlen! Start ist täglich 12 und 16 Uhr am alten Bahnhof mitten in Flekkefjord. Die Tour dauert je nach Fitnesszustand zwischen 3-4 Stunden und kostet pro Draisine (Tandem mit bis zu 2 Extraplätzen) 200 NOK.

Nach diesem sportlichen Großereignis war der Tag schon etwas vorangeschritten und wir hatten noch ein Stück Weg vor uns. Unweit von Flekkefjord machten wir einen kleinen Abstecher in das wirklich hübsche Dörfchen Feda,

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irrten von da ein wenig durch/über die Großbaustelle der E39, um schließlich nach Norden abzubiegen. Auf einem kleinen Umweg wollten wir uns die Jetergryter anschauen … runde Schüsseln im Stein, welche durch den reissenden Fluss Kvitla ausgespühlt wurden.

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Dieser Umweg hat sich dann aber nicht wirklich gelohnt. Zumal wir aus den Bergen wieder dunkle Wolken im Schlepptau hatten. Zumindes haben wir unser Abendessen in freier Wildbahn nahe dem Flussufer gekocht – LECKER!

Schließlich waren wir wieder in südlicher Richtung unterwegs, wo wir gradewegs auf die Halbinsel Liste zu steuerten und unser Zelt kurz vor Mitternacht, fern der Dunkelheit, trockenen Fußes auf dem Nordstranda-Campingplatz in Vanse aufschlugen.

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