Mittwoch, 02. September 2009
Sommerferien 09-03: Hoch hinaus
Waren der Abend sowie die Wettervorhersagen für den kommenden Tag noch recht vielversprechend, so gabs am Morgen die Ernüchterung: Irgendwie hatten sich die Wetterfrösche wohl nicht mit dem verantwortlichen Herren am Wasserhahn abgestimmt. Es regnete … und einmal mehr machte sich die Größe unseres Zeltes bezahlt – genug Platz, um fürs Frühstück frischen Kaffee zu brauen und dieses dann am Tisch sitzend zu geniessen.

Irgendwann ließ dann auch der Regen wieder ein bißchen nach, wir brachen unser Lager ab unnd machten uns wieder auf den Weg. Erster Zwischenstopp des Tages war am Lista-Fyr angesagt, wenige Kilometer von unserem Nachtlager entfernt. Dort testeten wir kurz den ziemlich zugigen Ausblick aufs trübe Meer, ehe wir unsere Reise gen Süden über die alte Seeräuberstadt Farsund und das Örtchen Lyngdal fortsetzten.

Unterwegs wurden wir dann immer mal wieder von kräftigen Schauern eingedeckt. Doch kurz hinter Lyngdal hatte uns dann auch die Sonne wieder gefunden. Und so gabs pünktlich zur Mittagszeit ein kleines Päuschen am sonnigen Strand nahe Lindesnes.

Von da war es nun nicht mehr weit bis zum südlichsten Punkt des Landes – dem Kap Lindesnes. Die Sonne strahlte inzwischen und die Landschaft zeigte sich wieder von ihrer norwegischsten Seite. Natürlich waren wir nicht ganz alleine dort … zur schönsten Sommerzeit, mitten in den Ferien tummelten sich tausende Turis am Kap.

Zum Glück waren aber rund um das Kap einige Wanderwege markiert, welche in die Wildnis und an der Küste entlangführten. Und so gabs für uns kein Halten, wir schnürten die Wanderschuhe und machten uns auf einen knapp 5km langen Rundweg.

Wieder zurück, hatte sich der Turistenstrom größtenteils verflüchtigt und wir hatten freie Sicht aufs Kap, konnten den Leuchtturm besteigen und einen Film über die Geschichte norwegischer Leuchttürme im Kino verfolgen.

Dabei kam dann aber doch auch ein wenig Wehmut auf … wir waren nun quasi im Süden angekommen – schon am 3. Tag – südlicher gehts in Norwegen nicht mehr … und wir waren soweit wie es hierzulande nur irgendwie geht von unserem Vorjahresurlaub entfernt: 2.518 km. =( Aber wie auch am Nordkap, hatten wir allen Unkenrufen zum Trotz auch am Südkap herrlichstes Kapwetter.

Es gab also keinen Grund zum Trübsal … voller Vorfreude auf weitere fantastische Urlaubstage setzten wir die Reise fort in Richtung Mandal, Norwegens (selbsternannte) Sommerby [Sommerstadt]. Dort angekommen, erinnerte doch so manches an eines dieser DDR-Ostseeurlaubsdörfer mitten in den 80ern – nicht wirklich schön … kein bißchen norwegisch und Sommerby???
Neeee, Mandal war nicht so unser Fall und mir daher auch kein Foto wert- fast ein bisschen Kontrastprogramm zum gerade erlebten. Daran konnte auch der kleine Sandstrand mit “Uferpromenade” (der Begriff weckt in mir als gelerntem Binz-Zinnowitz-Ahlbeck-usw-Urlauber einfach eine andere Assoziation) nicht wirklich was ändern.
Inzwischen war der Tag gut vorangeschritten und wir machten uns in der näheren Umgebung auf die Suche nach einer Schlafstelle. Die Campingplätze in unmittelbarer Mandalnähe waren jedoch ziemlich übervölkert, so dass wir etwas weiter außerhalb suchen mussten und irgenwie auch fündig wurden … wobei Campingplatz ist etwas viel gesagt. Ein paar renovierungsbedürftige Hütten unter polnischer Verwaltung und eine Art sanitäre Anlage, welche diese Bezeichnung nicht wirklich verdiente. Aber egal, Platz für unser Zelt war direkt am See vorhanden und alles andere …
Pünktlich zum Abendessen spielte der himmlische Hausmeister wieder am Wasserhahn … wir verkrochen uns im Zelt und zogen den Schlafsack so weit es ging über die Ohren.

Mandal war euch kein Foto wert? Ich muss mal meine Mandal-Bilder raussuchen und veröffentlichen. Es ist eine superwunderschöne Stadt, nettes Zentrum, schöner Hafen. Vielleicht habt ihr einfach nur das falsche Ende erwischt?
@Meerblickzimmer: Ja, mach das mal. Vielleicht haben wir ja wirklich was verpasst