Montag, 21. September 2009

Bleibt alles anders …

.. oder etwa doch nicht? Norwegen hat gewählt – vorige Woche Montag … und das war ein wirklich heißes Rennen.

Nachdem die Wahllokale um 21:00 Uhr geschlossen hatten, startete die heißeste Wahlnacht der Geschichte. Mit jeder Hochrechnung bzw. Zwischenergebnis, welches die Nachrichtensender vermeldeten, änderte sich die Sitzverteilung im Parlament. Mal war die amtierende Rot-grüne Koalition vorne, eine halbe Stunde später hatte dann plötzlich das blaue bürgerliche Lager die Nase vorn. Es drehte sich immer um 1 Mandat, welches über die Zukunft des Landes entscheiden sollte. Und so schwankte die Stimmung hin und her. Mal jubelte das Eine Lager, mal das andere. Doch am späten Abend war dann klar, dass das amtierende Rot-Grüne-Bündnis noch einmal die Mehrheit geschafft hatte.

Durchatmen! Es war wirklich ganz knapp, trotz dass die Arbeiterparti von Statsminister Stoltenberg mit Abstand stärkste Kraft im Land wurde und im Vergleich zur letzten Wahl vor 4 Jahren noch einmal zulegen konnte. Hauptproblem für die Rot-grüne-Koalition war die SV, welche einiges an Boden verlor. Am Ende gings aber nochmal gut und das heißt, dass Jens nochmal 4 Jahre als Staatsminister arbeiten darf. Es wird wohl aufgrund der veränderten Kräfteverhältnisse innerhalb der Koalition einige Umbesetzungen im Kabinett geben, aber im Großen und Ganzen bleibt alles beim alten.

Oder etwa doch nicht? Wie heute zu lesen und zu hören war, gabs nocheinmal ein paar Verschiebungen. So flog kurzzeitig die Jüngste Abgeordnete – 22 Jahre von der FRP raus, um dann eine haölbe Stunde später wieder “drin” zu sein. Es ist also schon ein bisschen Chaos im Wahlsystem … und das einzige, was wirklich klar ist, ist dass noich nichts klar ist, denn auch im Rogaland wird nochmal nachgezählt. Wer weiß, was dabei rauskommt. Spätestens am Donnerstag steht dann wirklich alles fest, dann gibts das amtliche und abschliessende Ergebnis. Vielleicht doch nochmal Luft anhalten?!

Einen Paukenschlag gab’s aber aber schon am Wahltag. Die Venstre – älteste Partei Norwegens – scheiterte  an der 4 Prozent-Hürde und verlor somit 8 seiner bisher 10 Sitze. Lediglich 2 direkt gewählte Vertreter repräsentieren die Partei im neuen Parlament. Das ist seit vielen Jahren das schlechteste Ergebnis für die Partei, was den Parteichef Lars Sponheim – eine Art Popstar in der norwegischen  Politik – noch am Wahlabend zum Rücktritt veranlasste.

Das Ergebnis auf Aftenbladet.no

[UPDATE 25.09.] Nun ist es endgültig. Es bleibt alles wie gehabt, die Mandatverteilung fürs Parlament steht fest und auch die knapp 800 verloren gegangenen Stimmen im Rogaland sind wieder aufgetaucht. Alles in bester Ordnung. Und wie wir feststellen konnten, war unser Umzug Anfang des Jahres auch unter politischen Gesichtspunkten absolut richtig – aus dem dunkelblauen Sola in das etwas rötlich schimmernde Stavanger und dort genau auf den abendroten Ullandhaug. Da sind uns die Nachbarn gleich noch ein Stück sympatischer :) .

Wahlergebnis nach Kommune und Wahlkreis

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