Dienstag, 10. November 2009
Führungspersönlickeiten
Uff da, die letzten Wochen waren recht stressig. Jede Menge zu tun … sowohl zu Hause als auch auf Arbeit. Inzwischen ist es reichlich kühl geworden – die Heizung funktioniert zum Glück wieder – und auch die die Winter-Dunkelheit macht sich so langsam bemerkbar. Morgens ist es noch duster und am Nachmittag muss man sich sputen, um noch ein bisschen Licht abzubekommen.Da fühlt man sich ab und zu reif für die Insel.

Und so haben wir auch das ganze letzte Wochenende auf der Insel verbrascht – genauer gesagt auf Vassøy. Doch mit Kurzurlaub oder Erholung hatte das Ganze eher weniger zu tun. Vielmehr gabs für uns eine geballte Dosis Seeschifffahrtsstraßenverkehrsregeln. Wir hatten und nämlich für einen BÅtsførerkurs (Bootsführerkurs) angemeldet. Nun mag sich der eine oder andere Fragen … Wozu das? Keine Angst, der Wohlstand ist noch nicht ausgebrochen und ein Boot haben wir uns (noch) nicht zugelegt. Daher ist es aus norwegischer Sicht völlig unbegreiflich, wieso man sich das antut.
Eigentlich braucht man hierzulande keine Erlaubnis, ein Boot zu führen. Doch ab nächstem Jahr ist der Bootschein für alle, die nach 1980 geboren sind zur Pflicht. Nun mag der berechtigte Einwand kommen, dass wir unter diese Kategorie nicht fallen. Doch einerseits soll diese Führerscheinpflicht in den nächsten Jahren ausgeweitet werden, andererseits tragen wir uns mit dem Gedanken, zukünftig eventuell mal ein Boot zu leihen … um die zahlreichen Inselchen der Gegend unsicher zu machen. Und wer ein Boot leihen will, braucht ebenso einen Bootsschein.
Deshalb haben wir uns entschlossen den Kurs zu absolvieren, bevor der große Ansturm beginnt und die Preise utopische Höhen erreichen. Also gings Freitag gleich nach der Arbeit auf die Insel, um uns die erste Dosis Theorie abzuholen. 3 Stunden lang gabs Schifffahrtsregeln (den üblichen Straßenverkehrsregeln nicht so unähnlich) Not- und Lichtsignale, Flaggen … die volle Ladung -Â für uns, 10 Kids (13-14 Jahre) von der Insel und 4 weitere Gamlinger (ältere Personen).
Als dann am Samstag der Wecker um 07:00 Uhr!!!! klingelte, damit wir die erste Fähre des Tages erreichen, kamen erste Zweifel. Weitere 10 Stunden Theorie … Navigationskunde, noch mehr Licht, Bojen, Seezeichen, und und und … zwischenzeitlich waren wir dem Kollaps ziemlich nahe. Zum Glück fand das Ganze in sehr familiärer Atmosphäre statt … Pölser zum Mittag und Hausgebackenes zum Kaffee – auf der Insel kennt man sich und da fallen zwei Landeier wie wir nicht weiter auf.
Im Gegenteil. Am Sonntag gabs dann noch eine kurze praktische Demonstation – und da konnte man den Landeiern das Bootfahren so richtig schmackhaft machen. Nach einigen Wiederholungen und Ausfahrt auf See stand dann am Sonntagabend eine Prüfung an … 50 Fragen zu den oben genannten Themen.
Uff, da rauchte die Rübe nochmal so richtig. Aber schließlich haben wir’s trotz einiger Widrigkeiten beim Verständnis der Fragen/Antworten – auch Norweger verstehen es, mit komplizierten Satzstellungen und Formulierungen den Kern der Aussage zu verschleiern – geschafft.

Die Theorie haben wir hinter uns … die Praxis kommt mit der Erfahrung – z.B. vom Schiffen in der Leiziger Tieflandsbucht – davon haben wir ja zur Genüge
Jedenfalls können bzw. dürfen wir jetzt Boote auf hoher See führen – fehlt nur noch das Boot
 zum Glück hatten die Bootshändler am Sonntagabend geschlossen!

[...] wir uns für letzteres. Vor gar nicht allzu langer Zeit hatte ich geschrieben, dass wir das Wochenende auf der Insel verbracht haben, um dort den Bootsführerschein zu erwerben. Und da wir dieses Jahr besonders lieb und fleißig [...]