Freitag, 13. November 2009

Ruhe vor dem Sturm

Freitag der 13. -  was für ein Tag … der Bus ist leer,  im Büro wohltuende Ruhe … kein Telefon, dass im 2 Minutentakt klingelt … niemand der von irgendwelchen Anzeigeschlüssen gestresst, des Treiben verrückt macht … einfach himmlisch. Beide Chefs nicht da … so macht der Freitag Spaß ;)

Der Grund für die Abwesenheit ist sicher einigartig in Norwegen. Am Freitag war Planleggingsdag – zu deutsch Planungstag. Das heißt, bis auf ganz wenige Ausnahmen, sind alle Schulen und Kindergärten geschlossen, damit sich LehrerInnen und KindergärtnerInnen zusammenhocken und planen oder weiterbilden können. Um die Betreuung der Kids müssen sich die Eltern an diesem Tage selbst kümmern. Und so bleibt vielen Eltern nix anderes übrig, als die Arbeit “zu schwäntzen” um die Juniors zu beaufsichtigen.

Für die, welche nicht zu Hause von Teppichratten geplagt werden, eine feine Sache ;) Aber eigentlich ist das Ganze schon reichlich merkwürdig. Nicht nur weil hier der Unterricht sowieso schon wegen allem Möglichen und Unmöglichen ausfällt … Schulaufführung, regelmäßige Tourtage, diverse Freiluftaktiviteten … Man könnte auf den Gedanken kommen, dass es doch eigentlich genug Ferien gibt, in denen man planen und sich bilden kann [Ja Mutti, ich weiß, ich hätte auch was richtiges lernen können und Lehrer werden ;) ]. Stattdessen wird jedes Halbjahr mindestens 1x (in manchen Schulen auch öfters*) die Schul- oder Kindergartentür verschlossen und somit die Ganze Stadt/das ganze Land für einen Tag in Zwischenferienmodus versetzt. Nicht, dass ich den Lehrern und Erziehern nicht auch einen kinderfreien Tag gönne, doch ich bin mir ziemlich sicher, dass sowas z.B. in Deutschland nicht möglich wäre – ist eben eine echt norwegische Spezialität ;)

* In der Grundschule in Tasta (die Tocher von Chef G. geht in diese Schule) war schon in der 2. Woche nach den großen Sommerferien ein solcher Planungstag angesetzt!

3 Kommentare zum Beitrag “Ruhe vor dem Sturm”

  1. Meerblickzimmer schrieb am 14. November 2009 um 15:11 Uhr:

    Ich find das gut. Schliesslich ist so ein “Planungstag” ein Teil des Jobbes und sollte als solcher Anerkannt werden. In Dland wird sowas selten gebraucht, da von oben ja bestimmt wird was zu tun ist – so ein Planungstag richt nach etwas mehr Basisdemokratie. Ich glaub auch das es wohl mit dem Planungstag am Freitag auch Zufall war, das sie am selben Tag waren. Wann die genommen werden ist jeder Einrichtung selbst überlassen soweit ich weiss. Und ach ja, SchülerInnen (ich sprech jetzt mal fürs Gymnasium) haben vielleicht oft Touren & Ausfälle, dafür aber insgesamt recht langen Unterricht jeden Tag und insgesamt wohl mehr als in Dland. Sorry – aber ich mag diese “klassischen” Vorurteile über Leher nicht – haben da einen hier neben mir sitzen und kenn die Einblicke. Was allerdings stimmt ist ungewöhnlich hohe Anzahl von Urlaubstagen die ein Lehrer hat. Darüber kann man echt neidisch werden und bin ich auch immer wieder :)

  2. Lina schrieb am 14. November 2009 um 15:11 Uhr:

    …hm, ich als Exlehrerin in Norwegen muss ja sagen, dass ich nicht mehr Ferien hatte. Ich musste die Ferien rausarbeiten, sprich, ich hatte eine 45 Stundenwochen (während der Schulzeit). Allerdings bin ich auch der Meinung, dass die Schulen viel zu viel Zeit mit sozialen Aktivitäten verbringen. Was schließlich oft dazu führt, dass die Kinder in der 3. Klasse immer noch nicht richtig lesen und schreiben können und viel zu oft aus der Konzentration gerissen werden, bzw. diese nie erlernen können. Dazu rechne ich auch die Planleggingsdager. Diese führen zu einer weiteren Unterbrechung und stellen damit nicht nur den Lernfortschritt der Kinder sondern auch die Eltern vor große Herausforderungen. Schließlich müssen diese sich vom Jobb frei nehmen und verlieren wieder einen Urlaubstag, den sie in den Sommerferien lieber mit der Familie verbracht hätten. Denn schließlich schließen SFO und Kindergarten ebenfalls mehrer Wochen (Betriebsferient) und dann heißt es für viele Eltern getrennt Ferien machen, um die Kinder betreuen zu können.
    Dann plädiere ich lieber für Planleggingsdager in den Ferien, dann müssen die LehrerInnen in der Schulzeit ein wenig weniger arbeiten und die Familien können ein wenig mehr Zeit miteinander verbringen.

  3. Meerblickzimmer schrieb am 17. November 2009 um 00:11 Uhr:

    @Lina: 45h als Lehrerlin in Norwegen? Welcher Schultyp und wann war das? Zumindest für die VGS kann ich mir das nicht vorstellen – seh das ja jeden Tag. Und 8 Wochen Sommerferien sind schon nicht schlecht – obs am Ende mehr ist als in Dland, keine Ahnung. Schwankt ja extrem und die 8 Wochen Sommerferien sind lang & der Mai scheinbar auch fast nur frei, aber das wars dann auch schon fast (nix Feiertag zw. Sommer & Weihnachten, nur eine Woche Herbst- & Winterferien), was ja aber wieder zeigt das die Schüler ja doch nicht sooooo faul hier sind. ;)

    Viele Grüsse. M

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