Sonntag, 31. Januar 2010

Grüne Tage

Vor einer Woche war ich gemeinsam mit meinen Kollegen für 4 eisig kalte Tage auf Tour in Berlin. Hier ist es durchaus üblich, dass Firmen mit ihren Angestellten einen mehr oder weniger dienstlich angehauchten Ausflug unternehmen. Ich hatte ja schon einmal von unserem Amsterdam-Trip berichtet. In diesem Jahr ging es also nach Berlin. Der Anlaß bzw. Vorwand für die “Dienstreise” war die Grüne Woche. Einige unserer Kunden präsentieren dort jedes Jahr ihre Produkte in der Norwegenhalle. Deshalb musste wir diese vor Ort betreuen ;)

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Und da man ganz zufällig einen deutschkundigen Mitarbeiter im Aufgebot hat, wurde diesem auch gleich vertrauensvoll die Planung und Ausgestaltung der Reise übertragen. An dieser Stelle gleich einmal ein dickes Tusen Takk an Janny und Aiko für ihre fachkundigen Tips – auch wenn wir bei weitem nicht alle berücksichtigen konnten – aber dazu später mehr.

Die erste Aufgabe bestand darin, eine Unterkunft zu finden. Ursprünglich lautete der Plan, dass wir die Wohnung unseres Lieblingskunden in der 11. Etage am Potsdamer Platz (ein klitzekleines bißchen sehr exklusiv)  als Basiscamp nutzen könnten. Wie sich jedoch herausstellte, verfügte das Appartement nur über 4 Schlafgelegenheiten, was dann für 6 Personen doch nicht ganz ausreichend ist – so dicke sind wir dann doch nicht. Und so landeten wir (das Fußvolk) schließlich im nagelneuen Motel One an der Urania, was nicht nur eine sehr preiswerte sonderen vorallem modern-stylische und wirklich empfehlenswerte Alternative war. So war nur noch Verpflegungs-, Fest-, Shopping und Ausflugsprogramm zu ertsellen.

Am Donnerstag morgen gings also los vom Flughafen Sola dirket nach Berlin Schönefeld. Dort angekommen, kam es zu ersten Diskussionen – mit der Bahn oder dem Taxi in die Stadt? Als Reiseleiter bestimmte ich Bahn, was dummerweise mit 2maligem Umsteigen verbunden war  und daher für erstes Grummeln in der Chefetage sorgte – Taxi wäre doch viel bequemer und schneller … aber auch 3mal so teuer! Egal, nachdem die Chefs fürs erste im Luxusappartement geparkt wurden, gings direkt zu Hooters im Tiergarten. Unser Lieblingskunde hatte gerade hierzulande für mächtig Wirbel gesorgt, als er plante, die Amerikanische Restaurantkette im Zentrum von Stavanger zu etablieren. Heftige Diskussionen entbrannten um unglaublich gutes Essen, leichtbekleidete Kellnerinnen, Diskrimminierung und Sexismus … Grund genug also für uns zur vor-Ort-Recherche. Nun war es zur besten Mittagszeit (nach deutscher Zeitrechnung) und wir waren die einzigen Gäste … weder Essen noch die leichtbekleideten Damen waren dann wirklich überzeugend, aber Chefre war happy. Damit waren zumindest die Minuspunkte für die Bahnfahrt ausgeglichen ;)

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Schließlich gings ins Hotel, wie gesagt … eine sehr positive Überraschung. Nach kurzem Verschnaufen und einer kleinen Aufwärmrunde (gutnorwegisch:Vorspiel) am Po-Platz gings dann zum Abendessen in die “Berliner Republik“, eine Ur-Berliner Kneipe mit ganz viel Flair, Bierbörse und ordentlichem deutschem Essen. Nach Schnitzel, Eisbein, Roulade und reichlich Bier gings dann noch ne kleine Runde (zur Verdauung) Richtung Hackesche Höfe um dort den Abend ausklingen zu lassen. Leider(oder eher zum Glück) ist auch in Berlin an einem Donnerstagabend nicht unbedingt sooo viel los, so dass das letzte Bier in einem eher trägen Bayrischen Gasthaus vernichtet wurde.

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Der Freitagvormittag war für den eigentlichen Reisezweck reserviert – die Grüne Woche. Viele Leute, jede Menge Möglichkeiten zu kleinen Snacks … auch gerne etwas exotischer, viele Tier, was besonders unseren vom Land stammenden Lehrling faszinierte und jede Menge Haushalts-Schnickschnack – Gemüseschneider, Fliesen-Superreiniger, Staubsauger, Wintergärten, Saunen und derlei Dinge mehr. Kommentar … genau wie Gladmat nur bissl größer ;)   naja und viel internationaler und mit einer viel größeren Auswahl an Speisen und internationalen Spezialitäten hätte ich gesagt.

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Für den Nachmittag hatte die Reiseleitung ein ordentliches Touri-programm mit ein bissl Sightseeing geplant. Dieses wurde jedoch nach Mehrheitsbeschluss zugunsten der ersten Shoppingrunde ausgestzt. So ging jeder erstmal seines Wegs und man traf sich erst zum gemeinsamen Abendessen in der “Letzten Instanz” – dem ältesten Gasthaus der Stadt.  Auch hier gabs mochmal Deftiges aus deutscher Küche, was den norwegischen Mägen einiges abverlangte. Gut gesättigt und getränkemäßig aufgewärmt machten wir uns auf die Suche nach einer Feierstätte für den Freitagabend. Da die letzte Instanz nicht weit vom Alex entfernt war, lag es nahe, das vielgepriesene Weekend aufzusuchen. Dort wurden wir jedoch mit einem freundlichen “Nööö passt nich!” abgewiesen. Nun war guter Rat teuer. Zum Glück gerieten wir an einen freundlichen Taxifahrer, welcher uns in Windeseile zur Kulturbrauerei beförderte.

Ohne genau zu wissen, wo wir uns befanden, scheiterten wir an der nächsten Tür. Diesmal jedoch war die Dame am Einlass wesentlich attraktiver und freundlicher und wies uns darauf hin, dass wir auf einer geschlossenen Veranstaltung zur Modemesse gelandet waren. Immerhin gab es auf dem Gelände der Kulturbrauerei mehrere Locations … eine mit langer Schlange und eine ohne. Und da Norweger eher ungeduldig sind, entschieden wir uns für die Tür ohne Schlange … und ohne Eintritt. Und da auch noch eine Bar vorhanden war, hatten wir die perfekte Location gefunden. Wie sich später herausstellte waren wir bei Frannz zu Gast. Dort brachten sich die Kollegen in Windeseile mit RedBull und Wodka in Feierlaune – ein Tempo bei dem ich nicht mithalten konnte und wollte. Schliesslich öffnete sich auch noch ein Dancefloor, den wir dann bis ins Morgengrauen in Beschlag nahmen.

Der Samstagvormittag war dem Shopping vorbehalten. Es war schon erstaunlich, wie problemlos sich der/die Norweger(in) gegen 10:00 Uhr zum Shopping aufschwingen konnte, selbst wenn er/sie erst gegen halb 6 im Bett war. Da war von Müdigkeit nix zu sehen … als es dann aber am Nachmittag zur geplanten Ossi-Tour (zur Bestätigung all der Voruteile über Ostdeutschland – alle sprangen nackt durch die Gegend und spielten am Wochenende Indianer) kamen die Spätfolgen des Vorabends ans Tageslicht. Eine kurzer Marsch zur Eastside-Gallery war dann auch schon genug, ehe man sich zum Ausruhen und Aufwärmen in die nächstgelegene Kneipe begeben musste – zugegeben bei minus 19 Grad sind Waderungen entlang der Mauer nicht wirklich lustig aber man glaubt gar nicht, wie wehleidig Norweger über eisige Temperaturen klagen können ;)

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Der Ossi im Team hat sich in Begleitung der einzigen Dame zumindest noch bis zum DDR-Museum durchgeschlagen. Dort musste ich ja mal schauen, wie die Ost-Historie aufgearbeitet wurde und zum ersten Mal am Steuer des Trabbi platz nehmen.

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Schließlich gönnten wir uns ein bisschen Good time mit leckerem thailändischem Essen und wohltuenden Wellsness-Drinks. Diese bewseitigten dann endgültig die Formschwäche des Vortages. Und so gings nach dem Abendessen noch ein die Bellini-Lounge zum Cocktails schlürfen. Gegen Mitternacht war dann aber endgültig die Luft raus – auch die Kollegen sind nicht mehr so ganz jung ;) und so gings per Bahn zurück zum Hotel. Einen kleinen Zwischenstopp legten wir aber noch am Brandenburger Tor ein – es geht ja nun wirklich nicht an, in Berlin sein und nicht wenigswtens 1x am Brandenburger Tor gewesen.

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Und so schwang sich der Harte Kern nochmal in die Kälte für ein schnelles Foto und hatte dann auch noch Glück, dass die letzte Bahn des Abends noch nicht weg war.

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Der Sonntag stand dann schon im Zeichen des Aufbruchs … ausgiebiger Sonntagsbrunch im Alex am PoPlatz, ein kurzer Abstecher zu Checkpoint und dann ab zum Flughafen. Wiederum kamen Diskussionen zum Fortbewegungsmittel auf, doch diesmal gab die Reiseleitung nach und so gings per Taxi nach Schönefeld. Dort wurden die letzten Einkäufe im billig-Dutyfree getätigt und dann waren wir auch schon auf dem Heimflug.

Vier Tage in Berlin waren sehr anstrengend aber doch eine nette Abwechslung vom Arbeitsalltag.

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