Freitag, 03. September 2010

Bootsgeflüster

Hatte ich schon erwähnt, dass mein Bürofenster die beste Aussicht der Stadt bietet … direkt auf den Hafen und all die kleinen, großen und riesigen Schiffe? Anfangs war ich völlig fasziniert und habe wohl so manche Arbeitsminute mit Staunen vertrödelt. Gerade wenn sich die großen schwimmenden Wohnblöcke ins Hafenbecken schoben, und die gesamte Innenstadt überragten, blieb manchmal der Mund offen.Aber inzwischen ist das ein alter Hut – man hat sich dran gewöhnt. Es sind ja sowieso immer wieder die gleichen Schiffe, welche Stavanger anlaufen. Das ist also nix besonderes mehr – nur noch was für Touristen ;)

Manchmal gibt es allerdings Tage, da staunt man auch als Profischiffgucker nicht schlecht. Wenn beispielsweise die Superreichen dieser Welt mit ihren kleinen Freizeitbooten direkt vor der Haustür parken. So geschehen gleich zweimal in den letzten Wochen. Erst machte Charles Simonyi, ein Ex-leitender Angestellter beim Ich-krieg-jeden-PC-klein-Softwaregiganten, seine ‘Skat’ [dt:Schatz (heisst aber auch Steuer)] – ein neckisches Boot von 233 Fuß (71 m) Länge -  am Strandkai fest.

Yacht Skat

Das Schiff fällt vor allem durch sein militärisches Äußeres ins Auge. Zur Ausstattung gehören neben Whirlpool, Fitnessstudio und Helikopterlandeplatz (gehört ja wohl Grundausstattung) angeblich auch diverse Motorräder und Jetski. Der norwegisch bzw. dänischen anmutende Name ist sicher auf die Herkunft der Gattin von Simonyi zurückzuführen.

Damit aber nicht genug. In den vergangenen Tagen machte sich eine noch größere Luxusyacht im Hafen breit oder besser gesagt lang. 370 Fuß (114 m – unser seetauglicher Zweitwagen ist gerade mal 23 Fuß lang) misst die ‘Le Grand Bleu’ – eine der größten Privatyachten überhaupt.

Le Grand Bleu

Dieses kleine Schiffchen gehörte einst dem russichen Geschäftsmann Roman Abramowistch (der sie dem Microsoft-Mitbegründer Paul Allen abkaufte) , der sie dann wiederum seinem Freund und Geschäftspartner Jewgeni Schwidler (offiziell) verkaufte – es wird jedoch gemunkelt, dass R.A. sie sozusagen als kleines Dankeschön für’s Einfädeln des Chelsea-Deals verschenkte. Ob verschenkt oder verkauft ist auch völlig egal, denn bemerkenswert ist das Schiff allemal. Zumal neben zwei Helikopterlandeplätzen auch noch ein mittelgroßes Segelboot und eine etwas kleinere Feierabendyacht an Bord sind.

Dabei fragt man sich: Wieso verbringt ein multimillardenschwerer Russe seine Ferien in Stavanger? Oder hat er vielleicht gar keine Ferien – stattdessen hat er ein geheimes U-Boot auf der Yacht versteckt und damit Böses vor??? Wer weiß!

So richtig spannend wars dann wieder, als das russische Freizeitboot heute Mittag den Hafen verließ. Da wurde es fast ein bissl eng im Getümmel mit all den kleinen Hobbydampfern und Touristenbooten.

Le Grand Bleu

Nur mal zum Vergleich: Die ‘Le Grand Bleu’, MS ‘Ventura’ und eine Tide-Personenfähre

Und wieder einmal hat sich gezeigt … ich habe den Arbeitsplatz mit der besten Aussicht der Stadt ;)

PS.: Gebaut wurden übrigens beide Schiffe in Deutschland!

Kommentare Kommentare zum Beitrag “Bootsgeflüster”

  1. Lanwolf schrieb am 12. September 2010 um 20:09 Uhr:

    Hi,

    habe die Skat am 24.08 in Molde / Andalsnes und am 26.08 in Alesund gesehen…

    Bilder kann ich auf Anfrage gerne schicken…

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