Montag, 21. Februar 2011
Von schwarzen und weißen Schwänen
Schwäne sind irgendwie gerade mächtig angesagt. Während sich die großen weißen Vögel bei frostigen Temperaturen die Füße abfrieren, sorgen schwarzen Artgenossen für einigermaßen kalte Schauer unter den fluguntauglichen Zweibeinern.

Natürlich konnten auch wir uns nicht der Faszination des “Schwarzen Schwans” entziehen. Deshalb machten wir uns vergangene Woche nach leckerem Vorvalentinsdinner auf ins Kino, um den mehrfach Oscar-nominierten Thriller zu schauen. Ehrlich gesagt, war ich ziemlich skeptisch – ein Film über Ballett – Kleine-Mädchen-Zeugs
Tatsächlich war der Film aber dann nicht wirklich was für kleine Mädchen.
Zwar hatte ich im Vorfeld schon über den Film gelesen und gehört, letztlich war ich über den Film dann doch recht überrascht – womit ich, den Reaktionen auf den Nebenplätzen zu urteilen, nicht alleine war. Der Film ist zwar nicht unbedingt was für Leute mit schwachen Nerven – dennoch absolut sehenswert*.
Nachdem wir eine ganz gewöhnliche Arbeitswoche zum Verarbeiten des dramatischen Filmerlebnisses hatten, standen am Wochenende schon wieder Schwäne auf dem Programm. Wir waren eingeladen, das Wochenende gemeinsam mit Freunden in einer Ferienwohnung in Svandalen – im Tal der Schwäne – zu verbringen.

Eigentlich sind wir ja nicht so die Ski-Hasis, aber eine solches Angebot konnten wir natürlich nicht ausschlagen. Zumal der Wetterdienst traumhaftes Winterzauberwetter angekündigt hatte. Also machten wir uns am Freitagnachmittag gleich nach Dienstschluß (vielleicht auch etwas vorher) auf den Weg: knapp 150km – mind. 4 Stunden Fahrt.
Spätestens an der Fähre war klar, dass wir nicht alleine auf dem Weg in den Schnee waren. Hunderte Fahrzeuge hatten Aufstellung genommen – und irgendwie sahen alle gleich aus: Jeep oder Minivan – alle mit Skibox auf dem Dach. Da fiel unser kleiner Indianer (rotbrauner Kleinwagen ohne Jetbag) gewaltig aus der Reihe.
Nach einer “Ehren-Warterunde” und ruhiger Überfahrt gings ans Eingemachte. Zwar hatten wir die Strecke schon mal im Sommer bei strahlendem Sonnenschein zurückgelegt – aber im Dunkeln mit hohen Schneewänden an der Seite ist die kurvenreiche Fahrt ins Gebirge nochmal ein ganz anderes Erlebnis.

Nach knapp 4,5 Stunden kamen wir an unserem Wochenenddomizil an – riesige Ferienwohnung mit Aussicht auf den nächtlich beleuchteten Skihang. Bei selbst gebackener Pizza, ein paar Drinks und lustigen Spielchen klang der Abend in gemütlicher Runde aus.

Am nächsten Morgen strahlte die Sonne aus Leibeskräften vom blau-blauen Himmel. Also gings gleich nach einem stärkenden Frühstück die knapp 200 Meter zur Piste. Da wir nicht im Besitz der richtigen Ausrüstung sind, führte uns der erste Weg zur Skiausleihe. Dort verbrachten wir knapp eine Stunde bei der Jagd nach Stiefeln, Ski und Helm. Als diese dann endlich erstanden waren, gings endlich los. Wie schon gesagt, sind wir nicht unbedingt die passioniertesten Skiläufer. Also versuchten wir uns zunächst am “Kinderhang/Idiotenhügel”. Dank der moralischen Unterstützung von Maria Edith ging das auch recht gut, so dass wir uns nach einigen Trainingsrunden auch an den “großen” Berg wagten. Den kannten wir ja schon von unserer aufregenden Wanderung zur “Himlaleitet“.

Dabei vergingdie Zeit wie im Fluge und schon bald mahnte die untergehende Sonne an die Schließung der Skiausleihe und das Ende eines traumhaften Wintertages. Es war dann aber auch wirklich genug – so lange hatten wir noch nie in Skistiefeln gesteckt und entsprechend wohltuhend war es dann als wir die Füsse von den dicken Klunker wieder befreien konnten. Ziemlich geschafft kehrten wir in die wohnung zurück, um bei einem wohlverdienten Spätnachmittagsnickerchen ein bisschen Kraft für den Abend zu sammeln. Dieser verlief ähnlich feuchtfröhlich wie Tags zuvor.

Am Sonntagmorgen vergnügten scih Maria-Edith, Amaranta og Finn nochmals zur Piste auf, während wir unser Langlaufglück versuchten. Allerdings kamen wir nicht so richtig weit. Der vortag hatte doch gewaltig an den Kräften gezehrt. Deshalb machten wir des öfteren halt und genossen Aussicht und Sonne.
Schließlich stand wieder der Heimweg an. Wir starteten bei Tageslicht und fuhren in den Sonnenuntergang – dabei konnten wir nocheinmal die tolle Landschaft genießen, die uns auf der Herfahrt im Dunkeln verborgen blieb.
An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Maria Edith, Finn und Amaranta (auch wenn sie das wohl nicht lesen können
) für ein traumhaft schönes Winterwochenende!!

*PS.: Weil wir gerade bei Filmtips sind: “Trolljegeren” - Ein Dokumentarfilm über norwegisches Kulturgut – falls der auch in deutschen Kinos läuft – Samstagsabendunterhaltung made in Norway

Apropos “Trolljegeren”, da haben die Norweger ja ein echtes Wahrnehmungsproblem. Da hieß es: “Jetzt werden wir weltweit bekannt”, “Viele Produzenten wollen den Film”, “Man kann nicht immer so viel internationelen Erfolg haben wie mit diesem Film”. Nun ja, also entweder kommt der noch, oder man wird ihn nie zu Gesicht bekommen in Deutschland. Ich glaube eher letzteres. Ist der denn wirklich gut???
Trollige Grüße
Martin
Das norwegische Selbstbild kennt man ja
Ob der Film wirklich gut ist, liegt immer im Auge des Betrachters – wir haben und jedenfalls scheckig gelacht!