Donnerstag, 31. März 2011

Matrose, setz die Segel

Der Frühling hat Einzug gehalten – zumindest siehts vorläufig danach aus – seit mehreren Tagen Plusgrade und fürs Wochenende echtes Frühlingserwachenwetter vorher gesagt. Aud und Halvor (unsere Quasi-Norwegen-Ersatzeltern) wollten diese Gelegenheit für einen ersten Frühlingstörn nutzen und fragten, ob wir nicht Lust hätten, mitzukommen.

Segeltur
Natürlich hatten wir Lust – da brauchten wir gar nicht lang überlegen. Und so gings letzten Freitag gleich von der Arbeit weg raus auf die Insel (eine andere als unsere), zum Liegeplatz des kleinen Segelschiffchens. Die Sonne strahlte und ein spätwinterlicher Wind fegte über die Nördliche See – eigentlich optimale Bedingungen für unseren ersten Segelausflug.

Die ersten Meilen raus aus dem windgeschützten Hafen tuckerte der Motor, doch sobald wir die offene See erreichten, wurden die Segel gelüftet und wir glitten zügig, nur von Naturkräften getrieben, dahin.  Vorbei an Vorbei an zahlreichen Inselchen und vereinzelten Spuren des Norwegischen Öl-Märchen gings Richtung Mastrafjord zwischen Rennesøy und Mosterøy.

Segeltur

Diese Gewässer waren uns durchaus geläufig, doch seit unserer Sommerbootsausflugspanne nicht in so guter Erinnerung. Diesmal jedoch ging alles problemlos – wir genossen die ersten schüchternen Sonnenstrahken, der Wind wehte uns als frische Brische eisig um die Nase – einfach herrlich, wenn die Arbeitswoche so ausklingt.

Segeltur nach Mosteroy

Als segeltechnische Greenhorns beschränkte sich unsere Mitarbeit auf Beobachten des Windmessers (oder wie auch immer die Gerätschaft zur Festtellung von Windrichtung und -stärke im Fachjargon heißt) und Verfolgen der Strecke auf dem Navi. Der Käptn bzw. die Kapitänin hatten trotzdem alles im Griff und so segelten wir bilderbuchmäßig in den Sonnenuntergang.

Gerade als die Sonne hinter dem Horizont verschwunden war, machten wir das Boot in der Finnasandsbucht  am Utstein-Kloster-Hotel fest und nachtklar. Wie gesagt das Schiff ist ein klein wenig größer als unser Ozeanfloh und mit 3 Kabinen, Salong mit Küche und Bad ausgestattet. Außerdem verfügt das kleine sehtüchtige Luxusappartment über ein kräftige Heizung, die dafür sorgte, dass wir auch in der frostigen Nacht nicht erfroren.

Mosterøy

Am Morgen wurden wir von der Sonne aus unserer Koje gekitzelt. Die See war spiegelglatt und das Frühstück ausgiebig. Währedn sich unsere Gastgeber nach dem Frühstück zu einer Vereinsversammlung verabschiedeten, machten wir uns auf den Weg, die Insel zu erkunden.

Mosterøy

Neben dem Kloster Utstein bietet Mosterøy wunderschöne Ausblicke auf die umliegende Inselwelt. Wir streiften ein wenig planlos durch die Gegend und füllten nach der dunklen Jahreszeit unseren Sonnenvitaminhaushalt wieder auf. Nach dem Mittagsmahl setzten Aud und Halvor wieder die Segel. Für uns jedoch gings auf dem Landweg wieder Richtung Heimat – wo noch ein wenig Studienarbeit auf die Zwiebl wartete.

Auch wenn unser erster Segelausflug recht kurz war, so haben wir ihn doch sehr genossen -  erstmals nach dem langen Winter Sonne und jede Menge Frühlingsluft tanken – einfach traumhaft und sehr erholsam.

Mosterøy

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